{"id":152,"date":"2017-11-15T22:57:08","date_gmt":"2017-11-15T21:57:08","guid":{"rendered":"http:\/\/2017.system-change.org\/de\/?p=152"},"modified":"2017-12-07T17:17:44","modified_gmt":"2017-12-07T16:17:44","slug":"1f235-oekologische-kreislaufwirtschaft-und-partizipatorische-unternehmensfuehrung-basierend-auf-oekonomischer-sozialer-und-oekologischer-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/1f235-oekologische-kreislaufwirtschaft-und-partizipatorische-unternehmensfuehrung-basierend-auf-oekonomischer-sozialer-und-oekologischer-nachhaltigkeit\/","title":{"rendered":"1F235 \u00d6kologische Kreislaufwirtschaft und partizipatorische Unternehmensf\u00fchrung basierend auf \u00f6konomischer, sozialer und \u00f6kologischer Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00d6kologische Kreislaufwirtschaft und partizipatorische Unternehmensf\u00fchrung basierend auf \u00f6konomischer, sozialer und \u00f6kologischer Nachhaltigkeit:<\/strong><\/p>\n<p><u>Partizipatorische Unternehmensf\u00fchrung<\/u><\/p>\n<p>Generell muss eine neue Unternehmensverfassung gew\u00e4hrleisten, dass innerhalb eines Unternehmens keine Gruppe so viel Macht erh\u00e4lt, dass sie die wesentlichen Entscheidungen des Unternehmens in ihrem Sinne dominieren kann. Konkret d\u00fcrfen die Kapitalgeber nicht das selbstverst\u00e4ndliche Recht f\u00fcr sich beanspruchen, den erwirtschafteten Gewinn allein unter sich aufzuteilen. Die fortw\u00e4hrende Akkumulation des Kapitals in alleiniger Privatverf\u00fcgung der Kapitalgeber muss beendet werden. Unternehmerisches Handeln muss sich an drei gleichgewichtigen Zielvorstellungen orientieren:<\/p>\n<p><em>-\u00d6konomische Nachhaltigkeit<\/em>, d. h. die M\u00f6glichkeit, den Wertsch\u00f6pfungsprozess dauerhaft und auch f\u00fcr kommende Akteure und Generationen aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p><em>-Soziale Nachhaltigkeit<\/em>, d. h die Aufrechterhaltung von Lebens- und Teilhabechancen auch f\u00fcr kommende Akteure und Generationen, durch den \u00f6konomischen Prozess.<\/p>\n<p><em>-\u00d6kologische Nachhaltigkeit<\/em>, d. h. die dauerhafte Aufrechterhaltung der nat\u00fcrlichen Grundlagen des Lebens und der Wirtschaft auch f\u00fcr kommende Akteure und Generationen.<\/p>\n<p>Wichtig bei einer solchen partizipatorischen Unternehmensverfassung sind:<\/p>\n<p><em>&#8211; Ausweitung der Bilanzierung auf soziale und \u00f6kologische Kriterien: <\/em>Die Unternehmen werden durch den Gesetzgeber verpflichtet, neben den finanzwirtschaftlichen auch vorgegebene \u00f6kologische und soziale Bilanzkriterien und Kennzahlensysteme einzustellen (hier gibt es bereits differenzierte Verfahren &#8211; siehe auch Gemeinwohl\u00f6konomie). Durch unterschiedliche Anreize und F\u00f6rderungen (Steuern, Kreditkonditionen, \u00f6ffentlicher Auftrag, Z\u00f6lle u. \u00e4.) wird die Realisierung dieser Kriterien belohnt oder im Negativfall \u201ebestraft\u201c. Damit wird die unternehmerische Erfolgsrechnung auf eine breitere Basis gestellt und durch marktkonforme Anreizmechanismen konsequent in Richtung \u00f6konomischer, \u00f6kologischer und sozialer Nachhaltigkeit gelenkt. In der Erfolgsrechnung werden neben den bisher \u00fcblichen betriebswirtschaftlichen auch \u00f6kologische und soziale Kosten und Gewinne ausgewiesen.<\/p>\n<p><em>&#8211; Partizipatorische Betriebsleitung: <\/em>An der Produktion und Verteilung von G\u00fctern und Dienstleistungen sind verschiedenen Gruppen beteiligt: Die Kapitalgeber (hiermit sind sowohl Eigenkapital als auch Fremdkapital gemeint), die Mitarbeiter, die Vertreter der \u00d6ffentlichkeit (Kommune, Land), die Kunden und die Vertreter \u00f6kologischer Interessen als \u201eAnw\u00e4lte\u201c der Natur. Diese Gruppen tragen sowohl die Verantwortung als auch die Risiken der Produktion. Akzeptiert man, dass die Produktion von G\u00fctern und Dienstleistungen eine Kernangelegenheit der Gesellschaft sein soll, sind diese Gruppen mit in die unternehmerischen Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Damit wird zun\u00e4chst weder das unternehmerische Handeln noch der Markt (und der Preis) als ein Instrument der Verteilung in Frage gestellt. Es geht vielmehr zun\u00e4chst darum, innerhalb eines solidarisch organisierten Marktes Rahmenbedingungen zu schaffen, die zu einer am Gemeinwohl orientierten Steuerung f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong><u>Genossenschaftliche Wirtschaftsweise<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Eine besondere Form partizipatorischer Unternehmensverfassung ist die genossenschaftliche Wirtschaftsweise. Da die Mitglieder einer Genossenschaft zugleich Kapitalgeber, Eigent\u00fcmer, Produzenten und ggf. auch Kunden sind, ist eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr eine partizipatorische Unternehmensf\u00fchrung in sich gegeben. Aber auch wenn in einer Genossenschaft die Interessensgegens\u00e4tze kleiner erscheinen, ist die Bildung eines betrieblichen Wirtschaftsrates notwendig, um die Interessen der Gesellschaft zu ber\u00fccksichtigen. Genossenschaften arbeiten erst dann voll im Sinne einer Solidarischen \u00d6konomie, wenn sie nach \u00f6kologischen, sozialen und gemeinwohlorientierte Bilanzkriterien arbeiten und in das System der Wirt\u00adschaftsr\u00e4te eingebunden sind. Eine weiterentwickelte Form genossenschaftlicher Wirtschaftsweise sind Reproduktionsgenossenschaften. In ihnen schlie\u00dfen sich genossenschaftliche Produktion und Kunden\/Verbraucher zu einer Kooperative zusammen, in der direkt \u00fcber den konkreten Bedarf und die Bedarfsbefriedigung der \u00f6konomische Prozess funktioniert &#8211; gegebenenfalls auch ohne das Tauschmittel Geld.<\/p>\n<p><strong><u>\u00d6kologische Kreislaufwirtschaft<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Wie bereits ausgef\u00fchrt, zwingt die kapitalistische Wirtschaftsweise der Profitmaximierung und des st\u00e4ndigen Wachstums zur Externalisierung der sozialen und \u00f6kologischen Kosten. Dies f\u00fchrt zum \u00dcberschreiten der \u00f6kologischen Belastungsgrenzen &#8211; die mit den Folgen drohender Klimakatastrophen, Kriege um die knapper werdenden Ressourcen und schwerer soziale Unruhen, die die Existenz der Menschheit bedrohen. Deutlich ist, dass die \u00f6kologische Frage eng mit der Gerechtigkeitsfrage und der Friedenssicherung verkn\u00fcpft ist. Ziel einer humaneren \u00d6konomie ist es daher, das <em>Primat der \u00d6kologie<\/em> gegen\u00fcber der Wirtschaft durchzusetzen, ohne das die Wirtschaft selbst nicht nachhaltig arbeiten kann. Leitendes Paradigma ist die R\u00fcckkehr zur nat\u00fcrlichen Kreislaufwirtschaft im umfassenden Sinne:<\/p>\n<p>&#8212;\u00a0Konsequentes Hineingehen und Aufnehmen der Energiekreisl\u00e4ufe der Natur (regenerative Energiewirtschaft);<\/p>\n<p>&#8212; Alle Materialnutzung so weit wie m\u00f6glich in Kreisl\u00e4ufe der Wiederverwertung zur\u00fcckf\u00fchren (Recyclingwirtschaft);<\/p>\n<p>&#8212; die Belastung des \u00d6kosystems und den Verbrauch von Ressourcen, die nicht regeneriert werden k\u00f6nnen, drastisch reduzieren, m\u00f6glichst auf Null herunterfahren und durch andere Stoffe oder Nutzungen ersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6kologische Kreislaufwirtschaft und partizipatorische Unternehmensf\u00fchrung basierend auf \u00f6konomischer, sozialer und \u00f6kologischer Nachhaltigkeit: Partizipatorische Unternehmensf\u00fchrung Generell muss eine neue Unternehmensverfassung gew\u00e4hrleisten, dass innerhalb eines Unternehmens keine Gruppe so viel Macht erh\u00e4lt, dass sie die wesentlichen Entscheidungen des Unternehmens in ihrem Sinne dominieren kann. 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