{"id":176,"date":"2017-11-15T23:07:12","date_gmt":"2017-11-15T22:07:12","guid":{"rendered":"http:\/\/2017.system-change.org\/de\/?p=176"},"modified":"2017-12-07T17:49:31","modified_gmt":"2017-12-07T16:49:31","slug":"1f256-eine-global-erneuerte-gesellschaftliche-organisation-und-produktionsstruktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/1f256-eine-global-erneuerte-gesellschaftliche-organisation-und-produktionsstruktur\/","title":{"rendered":"1F256 Eine global erneuerte gesellschaftliche Organisation und Produktionsstruktur"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Eine global erneuerte gesellschaftliche Organisation und Produktionsstruktur:<\/strong><\/span><\/p>\n<p>In einer Global Erneuerten Gesellschaft ist die Gew\u00e4hrleistung eines Universalen Lebensstandards und die damit einhergehende Bereitstellung der notwendigen Dienstleistungen und G\u00fcter f\u00fcr die planetarische Gesamtbev\u00f6lkerung ohne weiteres m\u00f6glich, sowohl was den entsprechenden Energie- und Rohstoffbedarf anbelangt wie auch die Arbeitskraft. Erneuerbare Energietr\u00e4ger, wie etwa Sonnenstrahlung, Wind- und Wasserkraft, Erdw\u00e4rme, Wellen- und Gezeitenenergie, \u00fcbertreffen in ihrem Potential um ein Vielfaches jeden nur vorstellbaren Energieverbrauch des Menschen. Nachwachsende Rohstoffe und biologisch abbaubare Kunstmaterialien k\u00f6nnen schon auf dem heutigen Stand der Hochtechnologie jede Art von nat\u00fcrlichen Rohstoff (Bodensch\u00e4tze) ersetzen. Ebenso stellt es keine Schwierigkeit dar, eine Weltbev\u00f6lkerung selbst von \u00fcber zehn Milliarden Menschen ad\u00e4quat zu ern\u00e4hren &#8211; <em>schon heute werden mehr Nahrungsmittel hergestellt als konsumiert<\/em><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> (dennoch, siehe Problem der \u00dcberbev\u00f6lkerung etc.).<\/p>\n<p>Die Bereitstellung (Produktion und Verteilung) von Dienstleistungen und G\u00fctern ist nicht das Problem. Viel diffiziler ist dagegen die pr\u00e4zise Erhebung von geographisch spezifischen (lokalen) Nachfrage- und Nutzungs- beziehungsweise Verbrauchsdaten und deren Auswertung. Um dieser Aufgabe zeitgerecht und fehlerlos nachkommen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen elektronische Datensysteme entsprechend entwickelt und programmiert werden, welche wiederum kybernetisch gesteuerte Produktionsprozesse in Gang setzen.<\/p>\n<p>Im Grunde genommen w\u00fcrde sich in einer Global Erneuerten Gesellschaft die tats\u00e4chliche (technische) Produktions- und (logistische) Verteilungsstruktur von G\u00fctern und Dienstleistungen nicht wesentlich von der heutigen, im materialistischen Kapitalismus g\u00e4ngigen unterscheiden. Die Produktion eines Stuhles, einer Brille oder eines PCs ver\u00e4ndert sich de facto nicht. Ebenso werden die produzierten G\u00fcter, \u00e4hnlich wie bisher, in Fachgesch\u00e4ften angeboten. Auch eine Dienstleistung, wie etwa eine Beratung oder eine Rehabilitationstherapie nach einer Knieoperation, wird wie bisher von denselben Stellen offeriert. Der fundamentale Unterschied zum materialistischen Kapitalismus ist jedoch, dass zum Gemeingut z\u00e4hlende und sich somit als Teil des universalen Lebensstandards auszeichnende G\u00fcter und Dienstleistungen keinem Geldwert mehr entsprechen (k\u00f6nnen), das hei\u00dft, nicht mehr k\u00e4uflich sind, sondern dem Menschen zum Gebrauch oder Genuss zur Verf\u00fcgung gestellt werden (unentgeltlich). Auch was die Arbeitsbedingungen angeht, w\u00fcrde das anzustrebende Modell sich vom heute vorherrschenden System klar unterscheiden. Die strikte Einhaltung von entsprechenden global geltenden Sozial- und Umweltnormen w\u00e4re der Grundpfeiler aller Arbeitsprozesse.<\/p>\n<p>Was die Standortfrage anbelangt, sprich die Definition von komparativen Produktionsvorteilen gewisser geographischer Standorte, so ist es nicht nur aus produktionstechnischen und \u00f6kologischen Gr\u00fcnden, sondern auch zur Verwirklichung einer gesamtgesellschaftlichen Ausgewogenheit und der Schaffung eines planetarischen universalen Lebensstandards durch das zu kreierende Gemeingut unabdingbar, nicht nur lokal, sondern auch gesamtplanetarisch zu planen und, wo n\u00f6tig, umzuverteilen. Das hie\u00dfe beispielsweise, dass von D\u00fcrre oder durch Erosion gef\u00e4hrdete Gebiete nicht mehr landwirtschaftlich in Nutzung genommen werden m\u00fcssten (d\u00fcrften), weil die heimische\/lokale Bev\u00f6lkerung ohnehin Zugang zu einem universalen Lebensstandard (inklusive Nahrungsmittelversorgung) hat, welchen ihr die globale Gesellschaft zur Verf\u00fcgung stellt &#8211; in diesem Fall beispielsweise durch die Mehrproduktion in anderen Regionen oder Erdteilen und eine entsprechende Verteilung der notwendigen G\u00fcter.<\/p>\n<p>Dies schlie\u00dft selbstverst\u00e4ndlich nicht aus, dass auch eine bescheidene b\u00e4uerliche Landwirtschaft oder andere famili\u00e4re wirtschaftliche Bet\u00e4tigungen gesellschaftlich n\u00fctzlich sein und zur lokalen Ern\u00e4hrungssicherheit oder anderweitiger Waren- und Dienstleistungsproduktion beitragen k\u00f6nnen, indem die produzierten G\u00fcter dem lokalen (Nachfrage-) Markt zur Verf\u00fcgung gestellt werden, und damit die Schaffung eines universalen Lebensstandards unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Abgesehen von existentiellen und notwendigen Dingen, wie etwa Kleidung und Grundnahrungsmittel, Gesundheitspflege und Ausbildung, richtet sich die Art und Anzahl der nachgefragten G\u00fcter und Dienstleistungen in einer global erneuerten Gesellschaft nach deren Priorit\u00e4ten, sprich Wertesystem, welches automatisch auch eine daran ausgelegte Produktionsstruktur n\u00f6tig macht. <em>Beispielsweise entf\u00e4llt die Werbeverpackung und Werbemaschinerie eines klassischen\u00a0 Wettbewerbssystems, und wird ersetzt durch \u00f6kologisch nachhaltige Schutzverpackung und objektive Produktinformation<\/em>.<\/p>\n<p>G\u00fcter und Dienstleistungen des t\u00e4glichen und Arbeitsbedarfes wie auch des Freizeitbereichs sind im Wesentlichen durch das Gemeingut definiert bzw. z\u00e4hlen \u00fcberwiegend zum Universalen Lebensstandard. Unabdingbar ist hierbei eine generelle Beaufsichtigung\/Registrierung der Nachfrage und des entsprechenden Verbrauchs\/Nutzung. Zum Beispiel kann eine Familie mit zwei Kindern nicht in einen Sofaladen gehen und f\u00fcnf Sofas bestellen (abholen), ebenso wenig wie sich ein einzelner Mensch in einem Massagezentrum f\u00fcnf Stunden lang massieren lassen oder jede Woche aus einem Buchladen f\u00fcnfzig B\u00fccher mit nach Hause nehmen kann.<\/p>\n<p><em>Auf partizipativ-demokratischer Grundlage w\u00fcrden Richtlinien (beispielsweise <u>maximale Anzahl eines Gutes pro Familie<\/u>) verfasst werden, welche eine sinnvolle (wenn auch gro\u00dfz\u00fcgige) Nutzung von G\u00fctern und Dienstleistungen f\u00fcr alle Mitmenschen garantierten<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Nichtsdestotrotz kann man davon ausgehen, dass in einer werte-erneuerten globalen Gesellschaft, deren Mitmenschen durch Pr\u00e4gung und Erziehung ohnehin schon ein solidarisch-kollektives Bewusstsein entwickelt haben, und welche somit die materielle Akkumulation zum eigenen Vorteil als falsch und sch\u00e4dlich postuliert, ein <em>vors\u00e4tzlicher Missbrauch (zum pers\u00f6nlichen Vorteil) von gesellschaftlichen G\u00fctern und Dienstleistungen eher unwahrscheinlich<\/em> ist. <\/strong><\/p>\n<p>Das Angebot von G\u00fctern und Dienstleistungen wird nicht, wie im materialistischen Kapitalismus, durch ein Zusammenspiel von Produktionskosten und einer an Kaufpreis, Kaufkraft und (oft k\u00fcnstlich erzeugter oder suggerierter) Notwendigkeit (Mangel\/Bedarf) gebundenen Nachfrage geregelt, sondern orientiert sich einzig und allein an der tats\u00e4chlichen gesellschaftlichen Nachfrage sowie an der realisierbaren Produktions- und Verteilungskapazit\u00e4t. <em>Generell gesehen, wird sich die Nachfrage nach (Art und Anzahl von) G\u00fctern und Dienstleistungen aber vor allem an den von der global erneuerten Gesellschaft als priorit\u00e4r angesehenen Werten richten (zum Beispiel keine Nachfrage nach \u00f6kologisch sch\u00e4dlichen Autos, Waffen etc.).\u00a0\u00a0 <\/em><\/p>\n<p>Allgemein w\u00fcrde sich mit Bezug allein auf die abzusch\u00e4tzende Nachfrage in den heute (wirtschaftlich) entwickelten Staaten die gesamtwirtschaftliche Produktion insgesamt substantiell verringern: Wegfall der \u00f6kologisch und vom (neuen) Wertema\u00dfstab abzulehnenden oder \u00fcberfl\u00fcssig gewordener Wirtschafts- und Dienstleistungsbereiche &#8211; wie etwa R\u00fcstungs\/Waffen- und Brennstoffindustrie, die Werbebranche, der Banken- und Versicherungssektor, Luxusg\u00fcterindustrie &#8211; sowie Herunterfahren der \u00dcberproduktion nicht existentieller Konsumg\u00fcter auf ein gesellschaftlich und \u00f6kologisch akzeptables Niveau. Mit Bezug auf die heute (wirtschaftlich) unterentwickelten L\u00e4nder w\u00fcrde sich dagegen die Nachfrage und dadurch die notwendige Zur-Verf\u00fcgung-Stellung (Produktion\/Verteilung) von zum universalen Lebensstandard z\u00e4hlenden G\u00fctern und Dienstleistungen entsprechend erh\u00f6hen. <em>Gesamtplanetarisch wird sich insbesondere die industrielle G\u00fcterproduktion in der anzustrebenden global erneuerten Gesellschaft insgesamt deutlich verringern<\/em><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><em><strong>[2]<\/strong><\/em><\/a><em>, was im Einklang mit einer notwendigen \u00f6kologischen Nachhaltigkeit und einer human-solidarischen (und nicht mehr materiell konsumistischen) Gesellschaftsordnung steht.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1<span style=\"font-size: 10pt\">]<\/span><\/a><span style=\"font-size: 10pt\"> Um eine Stabilit\u00e4t der Marktpreise (und damit der Produzenteneinkommen) zu gew\u00e4hrleisten, betreibt etwa die Europ\u00e4ische Union bei ausgew\u00e4hlten G\u00fctern seit Jahrzehnten eine Agrarpolitik der Produktionssenkung, welche unter anderem auch die Vernichtung von produzierten Nahrungsmitteln mit einschie\u00dft. Zudem: Etwa 50% der in Industriel\u00e4ndern gehandelten Nahrungsmittel landen auf dem M\u00fcll; Die Nachernteverluste in Drittl\u00e4ndern werden auf 20-35% gesch\u00e4tzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Zusammen mit der dann m\u00f6glichen, weil vom Gelddiktat befreiten, Effizienzsteigerung aller Produktionsverfahren, w\u00fcrde dies auch den planetarischen Energiebedarf\/nachfrage der Gesellschaft substantiell verringern. <em>(Heutzutage beschr\u00e4nkt sich die Politik lediglich darauf, den immer weiter steigenden Energiebedarf zu bedienen, anstatt auch bei Energie die Fundamentalfrage zu stellen &#8211; n\u00e4mlich, ob wir diese stets anwachsende G\u00fcterflut \u00fcberhaupt wollen und brauchen.)<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine global erneuerte gesellschaftliche Organisation und Produktionsstruktur: In einer Global Erneuerten Gesellschaft ist die Gew\u00e4hrleistung eines Universalen Lebensstandards und die damit einhergehende Bereitstellung der notwendigen Dienstleistungen und G\u00fcter f\u00fcr die planetarische Gesamtbev\u00f6lkerung ohne weiteres m\u00f6glich, sowohl was den entsprechenden Energie- und Rohstoffbedarf anbelangt wie auch die Arbeitskraft. Erneuerbare Energietr\u00e4ger, wie etwa Sonnenstrahlung, Wind- und Wasserkraft, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.system-change.org\/de\/1f256-eine-global-erneuerte-gesellschaftliche-organisation-und-produktionsstruktur\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e1F256 Eine global erneuerte gesellschaftliche Organisation und Produktionsstruktur\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[],"class_list":["post-176","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1f25-langfristig-gesellschaftlich-und-wirtschaftlich"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=176"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":329,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176\/revisions\/329"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}