{"id":47,"date":"2017-11-15T17:32:48","date_gmt":"2017-11-15T16:32:48","guid":{"rendered":"http:\/\/2017.system-change.org\/de\/?p=47"},"modified":"2017-12-07T13:39:52","modified_gmt":"2017-12-07T12:39:52","slug":"1d-der-ausgangspunkt-hintergrund-und-einfuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/1d-der-ausgangspunkt-hintergrund-und-einfuehrung\/","title":{"rendered":"1D. Der Ausgangspunkt \u2013 Hintergrund und Einf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline\"><strong><em>Utopie oder existentielle Notwendigkeit einer Enttabuisierung &#8211; Ein Vorwort<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Wie es f\u00fcr niemanden mehr ein Geheimnis ist, haben die heute global herrschenden Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme und die daraus resultierenden Verhaltensformen des Menschen dazu gef\u00fchrt, dass der Planet Erde und sein dominanter Bewohner, welcher sich selbst <em>sapiens<\/em> (also weise) genannt hat, sich in einem kritischen Zustand befinden &#8211; und dies trotz der in den letzten Jahrzehnten enormen Steigerung des Produktionspotenzials, der Geld- und Kapitalverm\u00f6gen, der wissenschaftlichen und technologischen Potenzen.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass die zum Teil schon irreversible Zerst\u00f6rung der Umwelt und der lebensnotwendigen nat\u00fcrlichen Ressourcen wie Atemluft, Trinkwasser und Bodenfruchtbarkeit ungeachtet aller Warnungen voranschreitet. Wir wissen, dass weltweit etwa bis 800-900 Millionen Menschen hungern oder an Unterern\u00e4hrung leiden, dass mehr als 3 Milliarden Menschen in extremer oder relativer Armut leben und dabei sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter \u00f6ffnet, dass soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Gewalt und Bedrohung in vielen Teilen dieser Welt zur Tagesordnung geh\u00f6ren, dass heute global so viel waffentaugliches Zerst\u00f6rungsmaterial angeh\u00e4uft worden ist wie zu keinem Zeitpunkt zuvor in der Menschheitsgeschichte. Wir wissen, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu einer gesunden Ern\u00e4hrung, zu einem besch\u00fctzten Wohnraum, zu gesundheitlicher Pflege, zu Schule und Ausbildung, kurz, zu einem w\u00fcrdigen Leben, f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Erdbev\u00f6lkerung ein illusorischer Traum ist und bleiben wird (siehe auch <strong>link\u2026<\/strong>), <em>sofern nicht ein entschiedenes gesamtgesellschaftliches Umdenken erfolgt<\/em>.<\/p>\n<p>Auch wissen wir, dass wir in einer Welt leben, oder besser auf einem winzigen Planeten innerhalb eines riesigen planetengeschw\u00e4ngerten Universums, auf dem wenige Transnationale Konzerne, beg\u00fcnstigt insbesondere durch die von sogenannten demokratischen Regierungen gef\u00f6rderte Privatisierungspolitik ganzer Gesellschaftsbereiche, sich mehr und mehr des wirtschaftlichen und selbst des sozial-kulturellen Reichtums erm\u00e4chtigen. Eine Welt, in der eben diese Konzerne, in der bis hin zu Einzelpersonen, mehr Wirtschaftskraft und damit politische Macht und gesellschaftlichen Einfluss innehaben als ganze Staaten, als Hunderte von Millionen von Menschen zusammen.<\/p>\n<p>Nicht allein den \u00d6konomen ist die Erkenntnis vorbehalten, dass die Menschen in den Wirtschaftsnationen, insbesondere in Europa und Nordamerika, aber auch in Japan und sogenannten neuen aufstrebenden Schwellenl\u00e4ndern, vor allem auch deswegen ein relativ hohes (materielles) Lebensniveau erreicht haben, weil es ein globales wirtschaftliches Gef\u00e4lle gibt, welches eben dies garantiert, weil jene Staaten der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re und deren Verb\u00fcndete wichtige Wirtschaftszweige direkt oder indirekt subventionieren, und mit den entsprechenden subventionierten Waren die Weltm\u00e4rkte dominieren und damit eine rentable Produktion derselben G\u00fcter in anderen Erdteilen verhindern. Zus\u00e4tzlich subventioniert billige, meist ungesch\u00fctzte Arbeitskraft in Drittl\u00e4ndern immer mehr (ausgelagerte) Wirtschaftszweige der Industriestaaten, damit die Verbraucher zu Hause (in den reicheren L\u00e4ndern) billige Produkte kaufen k\u00f6nnen, jedoch selbst nicht auf h\u00f6here L\u00f6hne verzichten m\u00fcssen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Notwendige Rohstoffe\/Betriebsmittel und Energietr\u00e4ger werden unter politischem und wirtschaftlichem Druck zu Niedrigpreisen &#8211; oft mit der Unterst\u00fctzung von korrupten lokalen Regierungen &#8211; aus Drittl\u00e4ndern importiert, was dadurch unter anderem eine Weiterverarbeitung jener Rohstoffe und damit die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen in jenen Drittl\u00e4ndern verhindert. Kurz, der viel gepriesene hohe (materielle) Lebensstandard der westlichen Welt beruht zu einem Gro\u00dfteil auf der jahrhundertealten und heute immer subtiler werdenden Ausbeutung von Drittl\u00e4ndern, deren nat\u00fcrlicher Ressourcen und Arbeitskraft.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Wir wissen aber auch, dass selbst die \u00f6konomisch entwickelten Gesellschaften (Industrienationen) immer kr\u00e4nker werden. Der erreichte Komfort, der materielle Konsum als wichtigster Gott und Rechtfertigung der menschlichen Existenz im Herzen unserer materialistisch-kapitalistischen Gesellschaftsstruktur reicht nicht mehr aus, uns gl\u00fccklich zu machen. Die globale Wettbewerbsgesellschaft, die sich prim\u00e4r an materiellen Parametern misst, ist daf\u00fcr verantwortlich, dass Hunderte von Millionen von Menschen in den \u00f6konomisch entwickelteren Staaten an chronischen (ich-bezogenen) Depressionssyndromen leiden, an psychosomatischen, kurz, gesellschaftsbedingten Krankheiten, Verhaltensst\u00f6rungen, Stresserscheinungen und an zunehmender Vereinsamung. Mehr und mehr Menschen suchen Zuflucht in ich-bezogener Selbstfindung, in Psychotherapien, in religi\u00f6sen, pseudoreligi\u00f6sen und esoterischen Bewegungen. Und all dies trotz eines m\u00f6glicherweise noch gef\u00fcllten Bankkontos.<\/p>\n<p>Diese Folgewirkungen unserer heutigen globalen Wirtschafts- und Sozialstruktur auf Mensch und Umwelt sind also offensichtlich (siehe auch <strong>link\u2026<\/strong>). Die Frage ist nur: Welche Schl\u00fcsse daraus zu ziehen sind, wie und unter welchen Bedingungen, wenn \u00fcberhaupt, sich ein entscheidender Kurswechsel ereignen wird, und wann. Wer glaubt noch ernsthaft daran, dass die politische F\u00fchrung weltweit willens oder \u00fcberhaupt in der Lage ist, diesen Kurswechsel tats\u00e4chlich zu bewerkstelligen? Au\u00dferdem, wie s\u00e4he ein solcher Kurswechsel aus? Hat sich das sogenannte demokratische System nicht schon allzu sehr von der Wirtschaft, aber insbesondere von ihrer eigenen Werte- und Sozialdoktrin, abh\u00e4ngig gemacht, um das Ruder noch herumrei\u00dfen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026<\/p>\n<p>Sogenannte demokratische Regierungen m\u00fcssen gew\u00e4hlt werden, k\u00f6nnen ohne W\u00e4hlerstimmen nicht existieren. Die W\u00e4hler machen ihre Stimme im Allgemeinen davon abh\u00e4ngig, welche Partei sie davon am meisten \u00fcberzeugen kann, ihren Lebensstandard zu erhalten oder zu erh\u00f6hen, Arbeitslosigkeit zu reduzieren, die ihnen auferlegten Steuern und Abgaben zu k\u00fcrzen. Um gew\u00e4hlt und wiedergew\u00e4hlt zu werden, sehen sich die Regierungen gezwungen, die Steuern zu k\u00fcrzen, ehemals \u00f6ffentliche Dienstleistungen bis hin zu Sozialleistungssystemen zu privatisieren und notwendigerweise die Staatsverschuldung immer weiter in die H\u00f6he zu treiben. Die Folge ist eine notorische und meist irreversible Schw\u00e4chung des Staates und damit eine automatische Entm\u00fcndigung der B\u00fcrger. Beides birgt ein gef\u00e4hrliches Potential. N\u00e4mlich einerseits die forcierte Fragilit\u00e4t der staatlichen sozialen Absicherungssysteme (insbesondere Arbeitslosengeld und Renten) &#8211; neuralgischer Dreh- und Angelpunkt f\u00fcr die Vermeidung gewaltt\u00e4tiger Exzesse im Falle von Massenarbeitslosigkeit als Folge einer anhaltenden strukturellen und globalen Wirtschaftsdepression &#8211; sowie andererseits die reale Gefahr diktatorischer Machtergreifung.<\/p>\n<p><em>Unz\u00e4hlige Reformen und Hilfspakete, ausgearbeitet von Wirtschaftsexperten und demokratisch gew\u00e4hlten Politikern, wie wir es seit Jahren erleben, das st\u00e4ndige Herumwerkeln an einem globalen Gesellschaftsmodell<\/em>, welches an allen Ecken auseinanderzubrechen droht, m\u00f6gen das System mittelfristig vor dem Zerfall bewahren, doch werden sie <em>weder die aufgezeigten dramatischen sozialen Missst\u00e4nde und Ungerechtigkeiten weltweit revidieren, noch langfristig das Ende eben dieses Systems verhindern k\u00f6nnen<\/em>, unabh\u00e4ngig davon, ob dieses Ende letztlich durch einen globalen Zusammenbruch der Wirtschaftssysteme, durch die Zerst\u00f6rung der Umwelt, oder doch noch durch Atom- oder andere Massenvernichtungswaffen und Terrorismus eingel\u00e4utet werden sollte &#8211; denn alle drei potentiellen Kausaleffekte haben ihre Wurzel in ein- und demselben, n\u00e4mlich dem globalen gesellschaftlichen Wirtschafts- und Sozialmodell, welches der Mensch sich selbst und unserem Planeten auferlegt hat.<\/p>\n<p>Doch ist es ausreichend, einfach nur zuzuschauen, wie Umweltzerst\u00f6rung auf der einen Seite, und soziale und \u00f6konomische Ungleichgewichte und Ungerechtigkeiten auf der anderen, sich gegenseitig den Rang ablaufen? Kann man es verantworten, darauf zu vertrauen, dass eventuell durch einen v\u00f6lligen Zusammenbruch der globalen Weltwirtschaft &#8211; Massenarbeitslosigkeit, dramatischer Geldwertverfall, Stillstand der Energieversorgung\/wirtschaft &#8211; und damit unter anderem auch der Sozialsysteme, eine neue post-industrielle Steinzeit entsteht, in der es prinzipiell nur zwei Werte gibt, n\u00e4mlich Ackerland, um darauf Nahrungsmittel anzubauen, und Waffen, um eben dieses Ackerland vor anderen verteidigen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Und selbst wenn sich die Weltwirtschaft von den derzeitigen Finanz- und Wirstschaftskrisen mittelfristig erholen sollte &#8211; und trotz aller gut gemeinten Arbeitsmarktreformen und Solidarit\u00e4tsbewegungen zur Unterst\u00fctzung von benachteiligten Bev\u00f6lkerungsgruppen &#8211; so <em>wird sich an der oben beschriebenen Dynamik und den anfangs benannten negativen Tatbest\u00e4nden und Entwicklungen unserer Epoche so lange nichts \u00e4ndern, bis nicht ein globales Umdenken zu einem v\u00f6llig erneuerten Weltbild f\u00fchrt<\/em>.<\/p>\n<p>\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026<\/p>\n<p>Um solch ein gesellschaftliches Umdenken tats\u00e4chlich bewerkstelligen zu k\u00f6nnen, wird der Mensch nicht umhin kommen, mit festgefahrenen Denkschemata und angeblichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten \u00fcber das menschliche Sozialverhalten zu brechen. <em>Der Tabubruch, welcher in der Gesamtgesellschaftlichen Modernen beschrieben wird, ist existentiell notwendig, muss global erfolgen und zun\u00e4chst auf die menschliche Pr\u00e4gung durch die Erziehung abzielen.<\/em><\/p>\n<p>Niemand bezweifelt mehr, dass wir alle von unserer jeweiligen gesellschaftlichen Pr\u00e4gung indoktriniert sind. Von Kindesbeinen an wird uns vermittelt, was Werte sind, was keine sind, was einen guten Menschen ausmacht, was einen b\u00f6sen Menschen kennzeichnet, und vor allem, was einen erfolgreichen Menschen definiert. <strong>Niemand bezweifelt, dass wenn ein nordamerikanisches, ein europ\u00e4isches, ein afrikanisches und ein asiatisches Baby nach ihrer Geburt in ein tibetanisches Kloster, in einen Kibbuz oder nach New York City gebracht und dort erzogen werden und aufwachsen, diese die entsprechende Sprache sprechen und <u>die entsprechenden Werte verinnerlichen werden<\/u>, <em>v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von ihrer jeweiligen ethnisch-biologischen Herkunft und Genetik<\/em>. <\/strong>Werte und Weltanschauung des Menschen sind aber nicht nur vermittelbar, sondern auch ver\u00e4nderbar &#8211; es gibt keine unver\u00e4nderbare genetisch\/gesellschaftliche Disposition z.B. zum neoliberalen Kapitalismus, Materialismus, oder Egoismus, sondern der Mensch entwickelt seine \u00dcberzeugungen basierend in erster Linie auf den Einfl\u00fcssen seiner jeweiligen Sozialisation.<\/p>\n<p>Die initiale Werte- und Moralvermittlung ist daher im Wesentlichen mit der Pr\u00e4gung w\u00e4hrend der Erziehungs- und Ausbildungsjahre eines Menschenlebens verwoben. Die Stabilit\u00e4t eines auf Erziehung und Pr\u00e4gung basierenden pers\u00f6nlichen und gesellschaftlichen Weltbildes beziehungsweise dessen m\u00f6gliche Infragestellung h\u00e4ngt, unabh\u00e4ngig von potentiellen Negativentwicklungen desselbigen, insbesondere davon ab, ob es sich um eine monolithische, bestenfalls gesamtplanetarische (globale) Gesellschaft handelt, oder ob es parallel konkurrierende Gesellschaftsformen (in anderen Staaten) gibt, welche andere, m\u00f6glicherweise antagonistische Wertesysteme postulieren und damit ein korrumpierendes Potential innehaben (siehe beispielsweise fr\u00fcher: staatssozialistischer Ostblock vis-\u00e0-vis wirtschaftskapitalistisch gepr\u00e4gte Restwelt).<\/p>\n<p>\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026<\/p>\n<p>Der gesellschaftspolitische Entwurf der <em>Gesamtgesellschaftlichen Moderne GLOSMO<\/em> beinhaltet einen Vorschlag zur \u00dcberwindung des heutigen, prim\u00e4r auf einem individuell \u00f6konomischen Sozialprestige beruhenden Wertesystems und der darauf aufgebauten wettbewerbsbezogenen globalen Sozial- und Wirtschaftsstruktur. Er beschreibt ein umzusetzendes planetarisches Gesellschaftsmodell, welches die oben erw\u00e4hnten Missst\u00e4nde umkehrt, in dem Hunger, Armut und Elend \u00fcberwunden werden, Krieg, Ausgrenzung, Diskriminierung nicht mehr existieren, in dem allen Menschen ein hoher Lebensstandard garantiert wird, bei gleichzeitiger Wahrung der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit unseres Planeten. Es handelt sich nicht um eine utopische Vorstellung, sondern vielmehr um ein existentiell notwendiges Resultat eines m\u00f6glichen gesellschaftlichen Reifeprozesses. Auch handelt es sich nicht um ein politisch-stereotypes Pl\u00e4doyer, da jede ideologische Borniertheit abgelehnt wird. Dennoch will sich dieser Gesellschaftsentwurf zur Debatte stellen, um sich zu einem (politischen) Programm zu entwickeln, welches, mit <em>pragmatischen Vorschl\u00e4gen f\u00fcr den graduellen gesellschaftlichen \u00dcbergang, die Herausforderung einer fundamentalen, gesamtgesellschaftlichen Reform des menschlichen Handelns und des entsprechenden Weltbildes annimmt<\/em>.<\/p>\n<p>Dem Zeitalter der gut gemeinten alternativen politischen Reden, der warnenden Wissenschaftler, der entt\u00e4uschten Soziologen, der nachdenklichen Philosophen, der intellektuellen Gesellschafts- und Systemkritiker m\u00fcssen endlich Taten folgen. Es reicht nicht mehr aus, nur Kritik zu \u00fcben, es \u00fcberzeugt niemanden mehr, wenn man Karl Marx oder Immanuel Kant aus den B\u00fccherkisten kramt, es bringt die Menschheit nicht weiter, sondern im Gegenteil, es verl\u00e4ngert nur deren Siechtum, wenn man sich hinter verkorksten politischen Theorien versteckt oder sich in endlosen, intellektuell-philosophischen Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Gesellschaft ausl\u00e4sst, ohne am Ende ein pragmatisch-konkretes Modell vorzuschlagen. Auch ist jeder lethargische Fatalismus unverantwortlich. Darauf hinzuweisen, dass der Mensch so und nicht anders sei, dass etwas immer schon so gewesen sei, dass die Geschichte gezeigt habe, dass diese Spezies ein entsprechendes Verhaltensmuster verfolgt, egal, was um sie herum passiert, ist sowohl sozial-psychologisch wie auch evolution\u00e4r abzuweisen, und d\u00fcngt nur den N\u00e4hrboden f\u00fcr die zerst\u00f6rerische Weiterf\u00fchrung des Ausbeutungs- und Verdummungskurses unseres Gesellschaftssystems.<\/p>\n<p>Das ewige Z\u00f6gern, die Angst, sich (auch und gerade politisch) zu positionieren, der Unwille, Verantwortung zu \u00fcbernehmen und sich selbst in Frage zu stellen, die Unf\u00e4higkeit, der Evidenz auf den Grund sehen zu wollen &#8211; damit muss Schluss sein. Durch fein formulierte Manifeste, durch wohlgemeinte Aufrufe, durch wissenschaftlich fundierte Warnungen allein wird sich der schwerf\u00e4llige, rostende Riesentanker unseres globalen Sozial- und Wirtschaftssystems nicht vom Kollisionskurs abbringen lassen. Es ist Zeit, das klaffende Wrack abzusto\u00dfen und auf festem Boden eine solide, nachhaltige Gesellschaftsordnung zu schaffen. Und dies ist nur m\u00f6glich, indem man sich klar positioniert und alles daran setzt, durch vision\u00e4ren Pragmatismus die Menschheit zu \u00fcberzeugen und den existentiellen Systemwechsel voranzutreiben.<\/p>\n<p>Als noch vor wenigen Jahrhunderten der Mensch davon \u00fcberzeugt war, dass die Erde eine Scheibe sei, und jemand versuchte zu beweisen, dass es sich doch in Wahrheit um eine Kugel handelte, wurde dieser Denker verspottet. Wenn man noch vor hundert Jahren jemandem erz\u00e4hlt h\u00e4tte, dass ein Mensch bis zum Mond und wieder zur\u00fcckreisen kann, h\u00e4tte man auch diesen damals nur bel\u00e4chelt. Bei der <em>Gesamtgesellschaftlichen Modernen<\/em> handelt es sich um etwas viel Einfacheres als darum, einen wissenschaftlichen Beweis zu erbringen oder technologisches Neuland zu betreten. <em>Es handelt sich schlichtweg darum, durch eine notwendige Enttabuisierung einen Weg aufzuzeigen, welcher in eine f\u00fcr jeden Menschen w\u00fcrdige Zukunft f\u00fchrt und das gesamtplanetarische \u00dcberleben nachhaltig sichert<\/em>.<\/p>\n<p>\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026<\/p>\n<p>Das konkrete Modell der <em>Gesamtgesellschaftlichen Moderne<\/em> (GLOSMO<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>) erhebt weder den Anspruch auf Genialit\u00e4t noch auf Einzigartigkeit, und sieht sich auch nicht als Vision einer neuen Gesellschaftstheorie. Im Gegenteil, es ist dicht verwoben mit in der Vergangenheit und in der Gegenwart diskutierten gesellschaftsideologischen, sozialpsychologischen und sozial\u00f6konomischen\u00a0 Themenbereichen, und steht im Kontext der gegenw\u00e4rtigen kritischen Gesellschaftsdebatte und der folgerichtig notwendigen Erarbeitung pragmatisch-konkreter Gesellschaftsoptionen im Sinne einer nachhaltigen, gesamtgesellschaftlichen Entwicklung auf dem Planeten Erde.<\/p>\n<p>Der derzeitige Stand der Ausarbeitung des GLOSMO Programmes erhebt keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit oder gar Endg\u00fcltigkeit der gemachten Vorschl\u00e4ge. Er ist vielmehr der Anfangspunkt einer Programmentwicklung, eines entsprechenden Prozesses, welcher darauf aus ist, seine eigene Struktur und dessen Instrumente stetig zu verbessern, im Detail auszuarbeiten und zu erweitern.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p><strong><em>Die Grundstruktur des gesellschaftspolitischen Programms (GLOSMO) stellt das ideologische Fundament einer m\u00f6glicherweise unvermeidbaren Gr\u00fcndung einer politischen Bewegung oder Partei dar, welche zun\u00e4chst lokal und auf nationaler L\u00e4nderebene arbeiten w\u00fcrde, deren inh\u00e4rentes Ziel es aber sein muss, zu einer internationalen und damit weltweiten politischen Kraft zu werden. Damit w\u00fcrde die Voraussetzung geschaffen, durch das wahldemokratische Instrument mittelfristig das Vertrauen der Menschen zu erhalten, n\u00e4mlich f\u00fcr die Umsetzung einer notwendigen, epochalen Neuorientierung der menschlichen Zivilisation, im Sinne einer nachhaltigen, gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, eines hohen universalen Lebensstandards, und der endg\u00fcltigen \u00dcberwindung von Armut, Krieg und planetarischer Selbstzerst\u00f6rung.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline\">Die Frage, ob <em>Evolution oder Revolution<\/em>, sei hiermit f\u00fcrs Erste beantwortet<\/span><\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Insbesondere in den Wirtschaftsnationen Westeuropas, und mit Abstrichen in Nordamerika und Japan, werden zum Teil strenge Sozial- (inklusive Entlohnung) und Umweltstandards f\u00fcr nationale Arbeitspl\u00e4tze durch die Gesetzgebung den Wirtschaftsakteuren aufgezwungen. Gleichzeitig dulden beziehungsweise f\u00f6rdern dieselben Staaten jedoch den massiven Import von \u201ebilligeren\u201c G\u00fctern\/Betriebsmittel aus Drittstaaten, wohl wissend, dass dort eben jene Sozial- und Umweltstandards nicht oder v\u00f6llig unzureichend angewandt werden, jedoch gerade nur dadurch der Preis dieser G\u00fcter und Betriebsmittel niedrig gehalten werden kann, was dadurch wiederum den Verbrauchern der importierenden Wirtschaftsnationen zugutekommt. W\u00fcrden aber weltweit jene Sozial- und Umweltstandards zwingend angewandt werden, so w\u00fcrden sich die Preise von Konsumg\u00fctern, Rohstoffen und Energietr\u00e4gern sowie selbst von Dienstleitungen substantiell erh\u00f6hen (m\u00f6glicherweise um ein Vielfaches), was die neoliberale Weltwirtschaft ernsthaft besch\u00e4digen bzw. in Frage stellen, und den Konsum und damit den materiellen Lebensstandard, so wie wir ihn heute in den Wirtschaftsnationen gew\u00f6hnt sind, substantiell reduzieren w\u00fcrde. (siehe auch <strong>link\u2026<\/strong>)<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0 Siehe auch <strong>link\u2026<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Aus dem englischen: The \u201eGlobal Social Modernity\u201c &#8211; GLOSMO.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Es ist wichtig zu betonen, dass darauf Wert gelegt wird, diesen gesellschaftlichen Entwurf bewusst kurz zu halten und allgemein verst\u00e4ndlich zu formulieren. Ziel ist es jedem Leser den Zugang zum Inhalt dieser Schrift zu erm\u00f6glichen. In einer zweiten Phase der ausf\u00fchrlichen Programmentwicklung w\u00fcrden die bislang nur angerissenen fundamentalen Themen im Detail ausgearbeitet und dar\u00fcber hinaus gehende Themenbereiche angegangen werden.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Utopie oder existentielle Notwendigkeit einer Enttabuisierung &#8211; Ein Vorwort Wie es f\u00fcr niemanden mehr ein Geheimnis ist, haben die heute global herrschenden Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme und die daraus resultierenden Verhaltensformen des Menschen dazu gef\u00fchrt, dass der Planet Erde und sein dominanter Bewohner, welcher sich selbst sapiens (also weise) genannt hat, sich in einem kritischen Zustand &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.system-change.org\/de\/1d-der-ausgangspunkt-hintergrund-und-einfuehrung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e1D. Der Ausgangspunkt \u2013 Hintergrund und Einf\u00fchrung\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-47","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-ueber-glosmo-die-bewegung-ziele-und-politisches-programme-click"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":268,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47\/revisions\/268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}