{"id":561,"date":"2020-04-30T20:18:54","date_gmt":"2020-04-30T18:18:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.system-change.org\/de\/?p=561"},"modified":"2020-04-30T20:18:56","modified_gmt":"2020-04-30T18:18:56","slug":"wie-corona-den-menschen-aufklaert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/wie-corona-den-menschen-aufklaert\/","title":{"rendered":"WIE CORONA DEN MENSCHEN AUFKL\u00c4RT"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der Systemwechsel<\/em> \u2013 <em>immer weniger Utopie, immer mehr existentielle Notwendigkeit<\/em><\/p>\n<p><strong>WIE CORONA DEN MENSCHEN AUFKL\u00c4RT<\/strong><\/p>\n<p><em>von Albert T. Lieberg* &#8211; 30. April 2020<\/em><\/p>\n<p>Zugegeben, es ist schwer k\u00fchlen Kopf zu bewahren, in dieser historisch au\u00dfergew\u00f6hnlichen Situation, in der wir uns alle befinden &nbsp;\u2013 &nbsp;ja alle, in Deutschland, in Europa, Amerika, Asien, Afrika, \u00fcberall auf diesem Planeten, den wir miteinander teilen. Die Bedrohung durch das Coronavirus, aber viel mehr noch durch dessen gesellschaftliche Folgewirkungen ist global.<\/p>\n<p>Was bewirkt diese Ausnahmesituation, und ich meine damit zun\u00e4chst nicht die Ausgangsbeschr\u00e4nkungen und andere, f\u00fcr uns radikale Einschr\u00e4nkungen unserer Freiheit, der Freiheit wie wir sie bislang gew\u00f6hnt waren. Ich meine die angebliche Bedrohung unser aller Gesundheit, aber vor allem in direkter Konsequenz die sich daraus ergebene reale Bedrohung unserer Arbeitspl\u00e4tze, unseres Geldeinkommens, unserer Ersparnisse, also unserer Lebensgrundlage, die Bedrohung unserer Wirtschaftssysteme, von denen wir alle abh\u00e4ngen, ob als Einzelperson, Familie oder als Gesellschaft, als Staat.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Nachrichten, die uns jeden Tag, ja st\u00fcndlich erreichen, aus jedem Wickel unseres Landes, aus den Nachbarl\u00e4ndern, aus der ganzen Welt, sind ernst. Die Menschheit, gef\u00fchrt von Regierungen, versucht sich diesen Bedrohungen entgegen zu stellen. Bev\u00f6lkerungen werden weltweit aufgerufen, ja beordert, m\u00f6glichst zuhause zu blieben, physische soziale Kontakte zu reduzieren, die meisten nicht lebensnotwendigen wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten, die nicht \u00fcber das Internet durchzuf\u00fchren sind, auszusetzen oder zu reduzieren, mit dem Ziel dazu beizutragen, die Ausbreitung des Virus zu entschleunigen. Es wird appelliert und verordnet, diszipliniert zu sein, sich an die neunen Verhaltensregeln zu halten, auch mit Androhung von Strafen, von \u00dcberwachung. Die Menschen sollen sich im Sinne der Gesamtgesellschaft verhalten, sich solidarisch mit Alten und Schwachen zeigen. Es wird versucht, Kapazit\u00e4ten zu erh\u00f6hen, um (erwartete, auch bei neuen m\u00f6glichen Infektionswellen) steigende Zahlen von Erkrankten medizinisch versorgen zu k\u00f6nnen, ob es die Kapazit\u00e4ten von Krankenh\u00e4usern sind oder die Beschaffung von Materialen zum Schutz der Menschen und zur medizinischen Behandlung. <em>Die prim\u00e4re Versorgung der Menschen steht an erster Stelle, Gesundheit, Lebensmittel, \u00f6ffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen<\/em>. Gleichzeitig verk\u00fcnden Regierungen Hilfsprogramme, um trotz der drastischen wirtschaftlichen Drosselung, das Geldeinkommen der Menschen zu garantieren, aufrecht zu erhalten, zumindest teilweise, um Selbstst\u00e4ndige, Betriebe und Unternehmen finanziell zu unterst\u00fctzen, damit diese nicht in den Konkurs gehen m\u00fcssen, um einen drohenden breitfl\u00e4chigen Niedergang des Wirtschaftssystems abzuwenden. Der Staat und die Gesellschaft sind mobilisiert, in einer Weise wie wir es in der Neuzeit unserer Geschichte noch nicht gesehen haben \u2013 so scheint es.<\/p>\n<p><strong>Womit m\u00fcssen wir rechnen, worauf m\u00fcssen wir uns einstellen<\/strong><\/p>\n<p>Die Wirtschaft wird planetarisch auf ein Minimum heruntergefahren, wie lange dies so bleiben wird, so bleiben muss, ist noch unbekannt, h\u00e4ngt von vielen Unbekannten ab. Aber auch wenn in einigen L\u00e4ndern viele wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten stufenweise bereits wieder gr\u00fcnes Licht bekommen, so m\u00fcssen wir uns, je nach Land und Region, weltweit auf eine lange Periode des wirtschaftlichen Kriechgangs vorbereiten, zumindest \u00fcber viele Monate, wenn nicht Jahre. Der Internationale W\u00e4hrungsfond (IWF) und andere f\u00fchrende Wirtschaftsinstitute prophezeien die schwerste Weltwirtschaftskrise seit den 1920er Jahren. Schon jetzt schie\u00dfen in unz\u00e4hligen L\u00e4ndern die Zahlen der Arbeitslosen in die H\u00f6he, Dutzende von Millionen von Menschen, verlieren weltweit ihren Job, ihre Einkommensquelle \u2013 die ILO (internationale Arbeitsorganisation der UN) sch\u00e4tzt, dass die rasant heruntergefahrene Weltwirtschaft zurzeit die Einkommenslage von bis zu 2.7 Milliarden der arbeitenden Menschen weltweit negativ beeinflusst (mehr als 80% der Weltarbeitskraft), durch Betriebsschlie\u00dfungen, Einschr\u00e4nkungen im Betriebsablauf und anderen Unterbrechungen im Wirtschaftskreislauf. In den \u00f6konomisch weiter entwickelten L\u00e4ndern &#8211; vor allem Europa, Nordamerika, die Industriel\u00e4nder Asiens &#8211; melden sich Massen von Menschen bei den Arbeits\u00e4mtern, bei den Sozialkassen, fordern Unterst\u00fctzung, Geld, um nicht in Armut abzurutschen, ja um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Das Herunterfahren der Wirtschaft, der Produktion, das befohlene Schlie\u00dfen vieler Gesch\u00e4fte oder das nur limitierte Wiederaufnehmen von Wirtschaftsaktivit\u00e4ten, die Notwendigkeit eher zu Hause zu bleiben, l\u00e4sst die Nachfrage, den Konsum nach G\u00fctern und Dienstleistungen einbrechen. Nur die Lebensmittelbranche, der medizinische Sektor, und das Onlinegesch\u00e4ft, und hier vor allem Konzerne und Unternehmen der Unterhaltungs-, Bildungs- und Gesundheitsbranche k\u00f6nnen sich halten, sogar teils gewaltige Gewinne einfahren.<\/p>\n<p>Noch stehen wir am Anfang einer schon jetzt in der Geschichte des Menschen beispiellosem Epoche &nbsp;\u2013 &nbsp;in den erw\u00e4hnten reicheren L\u00e4ndern des Erdballs werden Geh\u00e4lter und L\u00f6hne vielleicht (zun\u00e4chst) noch weitergezahlt, in der Privatwirtschaft, vom Staat, der \u00f6ffentlichen Hand, oft ohne Leistung\/Arbeit als Gegenwert, in der Hoffnung, alles w\u00fcrde sich schnell wieder finden, der Normalzustand bald wieder Realit\u00e4t werden. Wie lange kann das gut gehen \u2013 solange es Reserven gibt, finanzielle Reserven, solange Selbstst\u00e4ndige Ersparnisse, Unternehmen R\u00fccklagen haben, der Staat noch solvent ist und Verm\u00f6gen hat, oder sich besorgen kann (Verschuldung), um mit \u00dcberbr\u00fcckungshilfen den Wirtschaftsakteuren zur Seite zu stehen, die \u00f6konomische Grundlage einer Nation aufrecht zu erhalten, den Arbeitslosen, den Bed\u00fcrftigen, aber zunehmend auch immer mehr einer breiten Mittelschicht Ihre Versorgung durch Transferzahlungen und Sozialleistungen eine Lebensgrundlage zu sichern. Aber was ist mit den anderen, den allermeisten anderen L\u00e4ndern unseres Planeten, dort wo Gesellschaft und Staat weniger reich, ja oft genug arm sind, wo Menschen selbst in Normalzeiten nur davon tr\u00e4umen k\u00f6nnen, dass jemand anderes, Institutionen, sie in prek\u00e4ren Zeiten auffangen, unterst\u00fctzen, wo Lohnfortzahlung oder Kurzarbeitergeld Illusionen sind, nicht zu sprechen von Krediten zu speziellen Konditionen oder gar Geldschenkungen des Staates an die B\u00fcrger (wie es in den USA und in Europa diskutiert wird und in einigen L\u00e4ndern schon begonnen hat), wo das Privatverm\u00f6gen minimal ist oder schlichtweg inexistent, und wo beim Wegfall der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t, beim Verlieren der Arbeit, des Geldeinkommens, von einem auf den anderen Tag die Menschen vor dem Nichts stehen. Nicht nur in Riesenstaaten wie Indien, nein in den allermeisten L\u00e4ndern unserer heutigen Welt h\u00e4ngt es davon ab, ob man Geld hat, genug Geld hat oder nicht, um sich im Krankenhaus pflegen zu lassen \u2013 &nbsp;Geld und Verm\u00f6gen walten hier \u00fcber Leben und Tod. All dies ist die Realit\u00e4t f\u00fcr das Gros der Menschheit auf diesem Planeten und das nicht erst seit Corona. Hier kommt es bei einem Zusammenbruch der Wirtschaft, und wir beobachten dies schon jetzt in vielen von Corona betroffenen L\u00e4ndern, zu rasch astronomisch ansteigenden Armutsraten, gefolgt von Kriminalit\u00e4t jeglicher Art als oft einziges Instrument des \u00dcberlebens. Dies kann zu massiven sozialen Unruhen f\u00fchren, bis hin zu einer undemokratischen Macht\u00fcbernahme und\/oder sich entwickelnden autorit\u00e4ren F\u00fchrungsstrukturen, selbst in L\u00e4ndern, in denen wir dies heute nicht erwarten w\u00fcrden \u2013&nbsp; auch hierf\u00fcr gibt es bereits erste Anzeichen.<\/p>\n<p>Und sind wir, in Deutschland, in Europa, in Amerika, in den Industriel\u00e4ndern Asien vor solchen Szenarien gewappnet? Was ist, wenn die Krisensituation sich in die L\u00e4nge zieht, vielleicht sogar versch\u00e4rft, wenn sich \u00fcber viele Monate, im schlimmsten Falle vielleicht Jahre, eine R\u00fcckkehr in ein normales Leben, in ein normales Wirtschaftsleben, wie wir es vor Corona kannten, nicht bewerkstelligen l\u00e4sst, weil die Gefahr einer andauernden (angeblich) lebensbedrohlichen Gesundheitssituation dies nicht zul\u00e4sst, oder, und dies viel wahrscheinlicher, weil gro\u00dfe Teile der Wirtschaft sich nicht, oder viel zu langsam erholen, weil die Nachfrage nach nicht existentiellen G\u00fctern und Dienstleistung zu gering ist, die Kaufkraft, und das Vertrauen der Menschen in die M\u00e4rkte und in die Zukunft zu schwach sind? Und, nicht nur die deutsche Wirtschaft ist kritisch abh\u00e4ngig vom Au\u00dfenhandel in einer hochsegmentierten und vernetzten Weltwirtschaft. Andere L\u00e4nder m\u00fcssen Ihre Kaufkraft erhalten, um deutsche Produkte kaufen zu k\u00f6nnen. Unz\u00e4hlige Wertsch\u00f6pfungs- und Lieferketten, und aus Gr\u00fcnden der Gewinnoptimierung ins Ausland ausgelagerte Zulieferindustrien, haben uns abh\u00e4ngig, \u00f6konomisch verletzbar gemacht. Je mehr andere L\u00e4nder, mit denen wir gesch\u00e4ftlich verflochten sind, nicht nur die USA und in Europa, vom Virus induzierten wirtschaftlichen Niedergang betroffen sind (und dies scheinen die meisten zu sein), desto mehr k\u00f6nnte es auch Deutschland in die Knie zwingen \u2013 ein Teufelskreis zwischen ausbleibender Nachfrage\/Konsum, fehlenden Investitionskapazit\u00e4ten und&nbsp; wachsender Arbeitslosigkeit und Verm\u00f6gensverfall.&nbsp;<\/p>\n<p>Die deutsche Regierung hat hohe R\u00fccklagen, kann das Land eine Weile auch ohne Wachstums\u00f6konomie \u00fcber Wasser halten, aber wie lange? Rekordneuverschuldung wird in Kauf genommen, auch die europ\u00e4ische Zentralbank, die europ\u00e4ische Investitionsbank, der Internationale W\u00e4hrungsfond (IWF), die Weltbank, werden R\u00fccklagen frei legen (m\u00fcssen), werden astronomisch hohe Kredite und Darlehen an Staaten vergeben, Staatsanleihen vermitteln. Dies hat schon im gro\u00dfen Stil begonnen, nicht nur innerhalb der EU \u2013 \u00fcber 100 Staaten haben bereits formell den IWF um finanzielle Unterst\u00fctzung im Zusammenhang mit der Coronapandemie gebeten. Doch irgendwann m\u00fcssen die Motoren der Wirtschaft, des Wachstums, der Steuereinnahmen, der Schuldentilgung wieder anspringen, sonst kommt es nach dem wirtschaftlichen zum finanziellen Kollaps. Absurderweise, und aus einer antizipierten Panik geboren, fordern einige jetzt schon die Gelddruckmaschinen in Gang zu setzen, als notwendige Ma\u00dfnahme einer \u201eKriegs\u00f6konomie\u201c (Trump). Letzteres w\u00fcrde kurzfristig helfen, \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum jedoch zu einem Zusammenbruch des Geldwertes und zu einer fl\u00e4chendeckenden Hyperinflation, und damit zur wirtschaftlichen und sozialen Apokalypse f\u00fchren. Ein Szenario, das sich kaum einer vorstellen kann, der nicht selber die Realit\u00e4t beispielsweise eines Weltkrieges erlebt hat &#8211; und wer von uns hat diese Erfahrung. In einer solchen Apokalypse w\u00fcrde der monet\u00e4re Handel, der Geldwert, ersetzt werden durch den Tauschhandel. <em>In Extremis<\/em>, wenn die Menschen und Nationen es dann nicht schaffen sollten, neue nachhaltige Konzepte des Zusammenlebens zu entwickeln und gemeinsam umzusetzen, k\u00f6nnte es zu einer postindustriellen Steinzeit kommen, in der Staaten auseinanderbrechen und es schlussendlich nur zwei existentielle Werte gibt, n\u00e4mlich Ackerland, um dort Nahrungsmittel anzubauen, und Waffen, um dieses Ackerland vor anderen verteidigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist zu hoffen, dass wir alle eine solche Entwicklung nicht erleben m\u00fcssen, dass dies weiter nur eine Fiktion bleibt, ein Horrorfilm, doch ist ihr Eintreten in keinster Weise eine v\u00f6llig absurde Vorstellung unserer Evolution. Es wird an uns liegen, in Zukunft die Weichen so zu stellen, dass die existentielle Versorgung der Menschen, ein solidarisches Verhalten, nachhaltiges Wirtschaften und der Weltfriede auf diesem Planeten zur Normalit\u00e4t werden und unter keinen Umst\u00e4nden mehr gef\u00e4hrdet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Wie ver\u00e4ndern sich unser Verhalten, unsere Werte<\/strong><\/p>\n<p>Es ist zu fr\u00fch jetzt schon von definitiven \u00c4nderungen unseres Sozialverhaltens zu sprechen. Wir sehen, lesen und h\u00f6ren von der Solidarit\u00e4t der Menschen mit Kranken- und Altenpflegern, \u00c4rzten, denjenigen, die unsere Erkrankten, die Schw\u00e4cheren, Obdachlose betreuen, sich aufopfern, oft genug ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, f\u00fcr uns, f\u00fcr die Gesellschaft, und das ohne irgendeinen zus\u00e4tzlichen finanziellen Gegenwert f\u00fcr ihre erbrachte Arbeit. Wir sehen wie Nachbarn, die sich bislang gerade mal vom Sehen kannten, sich pl\u00f6tzlich gegenseitig helfen, gemeinsame Initiativen starten, um das Leben zuhause, in den Wohnh\u00e4usern, angenehmer zu gestalten. Wir erfahren von Unternehmen, die Lebensmittel an Bed\u00fcrftige spenden, von Taxifahrern, die Angestellte von Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen gratis zur Arbeit fahren. Wir lesen von Unternehmern, die ihre Produktion umstellen auf existentielle G\u00fcter, die dringend ben\u00f6tigt werden. Menschen melden sich, um freiwillig, und teils selbst unentgeltlich zu arbeiten, in den existentiellen Sektoren, in der Pflege, in der Landwirtschaft \u2013 sicher, solange diese sich selbst noch einen Mindestlebensstandard erlauben k\u00f6nnen oder der Staat daf\u00fcr sorgt. Es wird von manchen ein neues Verst\u00e4ndnis des Miteinanders suggeriert, von neuen Werten, die das Allgemein-, das Gemeingut pl\u00f6tzlich in den Mittelpunkt r\u00fccken.<\/p>\n<p>Es sind \u201egerade\u201c einmal sechs Wochen vergangen, seit wir in diese neue Realit\u00e4t eingetreten sind. Noch ist ein solcher Zustand recht neu f\u00fcr uns, einige wenige scheinen diesen sogar zu verromantisieren, zu verkl\u00e4ren, als Einstieg in eine neue, eine friedliche, solidarische Gesellschaftsentwicklung. Noch funktioniert die Versorgung, noch haben die meisten von uns, hier im Westen, in der sogenannten entwickelten Welt die n\u00f6tigen finanziellen Mittel, Garantien, selbst vom Staat. Doch die soziale Isolation, die Ausgangsbeschr\u00e4nkungen, die Angst vor Krankheit, Tod, Bevormundung und Demokratieabbau, und vor allem bevorstehender Armut, vor der Zukunft, wird schnell ihren Tribut zollen, psychologisch und gesellschaftlich \u2013 und hat es schon, nur wird dar\u00fcber weniger berichtet, noch. Wie wird es nach einer weiteren Woche aussehen, nach einem weiteren Monat, nach Monaten? Wir h\u00f6ren immer mehr von wachsender h\u00e4uslicher Gewalt, von zunehmender Depression, Alkohol- und Drogenkonsum, von Verzweiflung, Verzweiflungstaten derjenigen, die in vielen L\u00e4ndern vor dem nichts stehen, kein Geld mehr haben, um sich das N\u00f6tigste zu kaufen, um selbst Grundbed\u00fcrfnisse zu decken. Ein de facto Demonstrations- und Versammlungsverbot, das die ausge\u00fcbte Meinungsfreiheit drastisch einschr\u00e4nkt, die Vorschl\u00e4ge einer gesellschaftlichen \u00dcberwachung (Erhebung pers\u00f6nlicher Daten durch spezifische Apps und w\u00e4hrend der Nutzung von Internet und Smartphone, Kontrollsysteme durch Drohnen und fl\u00e4chendeckende Kamera\u00fcberwachung, digitale (Gesundheits-) Identit\u00e4tsausweise, und mehr), sowie in China entsprechende, schon umgesetzten Ma\u00dfnahmen, um die Ausbreitung des Virus besser verhindern und seine Charakteristika besser verstehen zu k\u00f6nnen, werden nicht von allen als gut empfunden, sondern von vielen als eine Gefahr und Einfallstor zu einem modernen, autorit\u00e4r gepr\u00e4gten \u00dcberwachungsstaat betrachtet. Die mittelfristige, und m\u00f6glicherweise langfristige Einschr\u00e4nkung von physischen sozialen Kontakte wird in zunehmendem Ma\u00dfe die schon vor Corona existierende allgemeine Tendenz zur individuellen Vereinsamung in unseren sogenannten modernen Gesellschaften weiter versch\u00e4rfen, mit all seinen gesundheitlichen, psychischen, und sozialen Folgewirkungen. Kein Zweifel, es wird zu schweren gesellschaftlichen Verwerfungen kommen. Menschen werden ausbrechen, werden ihre Freiheit einfordern, selbst wieder dar\u00fcber bestimmen wollen \u2013 der Protest und die Unmut wachsen. Mehr und mehr Menschen fordern schon jetzt den Schutz vor Armut, die Aufrechterhaltung von (auch sozialer) Lebensqualit\u00e4t und Freiheitsrechten vor das Grundrecht auf Leben als absoluten Wert zu stellen \u2013 selbst der konservative Bundestagspr\u00e4sident Sch\u00e4uble und Vertreter von Religionsgruppen \u00e4u\u00dferten sich bereits in dieser Richtung.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens wenn die finanziellen Reserven der Menschen und der Staaten sich mehr und mehr reduzieren werden, wird es endg\u00fcltig vorbei sein mit jeder suggerierten Romantik \u2013 jeder wird sich selbst am n\u00e4chsten sein, der Sozialdarwinismus <em>in realita<\/em>. Schon jetzt gibt es immer mehr Hinweise auf solche Verhaltensmuster, nicht nur im menschlichen Miteinander (der Egoismus im Supermarkt, Streit und Gewalt in Wohnh\u00e4usern, eine steigende Petz- und Verleumdungskultur im Zusammenhang mit dem Einhalten oder nicht von Ausgangs- und Verhaltensbeschr\u00e4nkungen, und \u00e4hnliches), sondern ganz \u00f6ffentlich ausgetragen in der Politik \u2013 Schuldzuweisungen, nationale, meist nicht miteinander abgestimmte Alleing\u00e4nge der Krisenbew\u00e4ltigung quasi aller L\u00e4nder weltweit, nationale Strategien zur m\u00f6glichst raschen wirtschaftlichen Benachteiligung anderer konkurrierender L\u00e4nder in einem post-Corona Szenario, die fehlende oder halbherzige Solidarit\u00e4t reicherer Nationen, nicht nur innerhalb der EU, mit \u00e4rmeren L\u00e4ndern.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was \u00e4ndert sich gerade in der politischen Wahrnehmung<\/strong><\/p>\n<p>Vieles, ohne Frage. Bis noch vor wenigen Wochen w\u00e4re es v\u00f6llig unvorstellbar gewesen, dass Pr\u00e4sidenten und Regierungschefs, f\u00fchrende Politiker, zumal mit eigentlich konservativen \u00dcberzeugungen, von Staaten der sogenannten ersten Welt, die \u00fcber Generationen der Doktrin der freien Marktwirtschaft gefolgt sind, pl\u00f6tzlich die Notwendigkeit sehen, einige ideologische \u00dcberzeugungen und fundamentale Elemente unserer Wirtschafts- und Sozialstrukturen zu hinterfragen und politische Instrumente diskutieren, ank\u00fcndigen und teils auch umsetzen, die zumindest \u00fcberraschen. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Macron sprach offen davon, dass lebensnotwendige Sektoren, wie die Versorgung mit existentiellen Lebensmitteln, mit pharmazeutischen und medizinischen Produkten nicht mehr allein dem Markt \u00fcberlassen werden d\u00fcrfen. Der Gouverneur von New York forderte \u00f6ffentlich die Verstaatlichung des Gesundheitswesens, der bayrische Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der und andere erw\u00e4gen im Extremfall die Beschlagnahmung von G\u00fctern (aus der Privatwirtschaft), US Pr\u00e4sident Trump befiehlt privaten Gro\u00dfkonzernen, was sie produzieren sollen (zum Beispiel soll der Autoriese General Motors jetzt u. a. Atemger\u00e4te im Rekordtempo herstellen). Es wird pl\u00f6tzlich als politisch akzeptabel angesehen, wenn Menschen und auch Betriebe ihre Mietzahlungen an die Besitzer von Wohnungen und Geb\u00e4uden nicht mehr zahlen (weil die Mieter keine Einnahmen mehr erzielen) \u2013 undenkbar noch vor wenigen Wochen. Streng wirtschaftskonservative Staaten wie die USA und Deutschland arbeiten daran, im gro\u00dfen Ma\u00dfe ihren B\u00fcrgern Geld oder Tauschmarken (Lebensmittel) zu schenken, und haben teilweise schon damit begonnen. Menschen melden sich freiwillig zur Arbeit, um das gesellschaftliche, das kollektive Wohl zu unterst\u00fctzen, nicht um finanzielle Einnahmen zu erzielen. Aber man beobachtet auch gef\u00e4hrliche Ver\u00e4nderungen der politischen Wahrnehmung \u2013 die Mehrheit der B\u00fcrger ruft nach dem starken Staat, viele sind bereit selbst \u00fcber Generationen errungenen Demokratie- und Freiheitsrechte zum proklamierten Schutz der Allgemeinheit (zumindest vorr\u00fcbergehend) auszusetzen, Beispiel Versammlungsverbot oder Meinungsfreiheit (Diskriminierung und Ausgrenzung Andersdenkender). Dennoch, <strong><em>es scheint sich ein sch\u00fcchterner Konsens dar\u00fcber zu formieren, dass die Befriedigung existentieller gesellschaftlicher Bed\u00fcrfnisse eine rationale, auf Bedarf (nicht auf finanziellen Gewinn) ausgerichtete Planung und Kontrolle durch die Gesellschaft selbst erfordert<\/em><\/strong>. All dies l\u00e4sst keinen Zweifel daran, dass ein bislang (angeblich) nicht zu b\u00e4ndigendes Virus das Potenzial hat, Diskussionen \u00fcber M\u00f6glichkeiten grunds\u00e4tzlicher politischer Ver\u00e4nderungen in die Mitte der Gesellschaft zu katapultieren. Weder Weltwirtschaftskrisen, noch Weltkriege sind in der Lage gewesen \u00e4hnlich tiefgreifende Vorstellungen in die Perspektive politischer Wirklichkeit zu r\u00fccken \u2013 dies war bislang nur Revolutionen vorbehalten.<\/p>\n<p><strong>Erste Schlussfolgerungen einer erzwungenen Aufkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr viele von uns hier in der angeblich sicheren westlichen Welt ist es eine ganz neue Erfahrung, die wir hautnah erleben. Der notwendige Schutz vor Krankheit und Tod steht pl\u00f6tzlich \u2013 auch gezwungenerma\u00dfen durch Anordnungen des Staates \u2013 an erster Stelle unserer Priorit\u00e4tenskala, nicht mehr die Urlaubsreise, das neue Auto, das Smartphone, die Eigentumswohnung, nicht einmal das Essengehen mit Freunden und Familie, nein alles dreht sich nur noch darum, wie man es vermeiden kann, blo\u00df nicht krank, vom Virus erwischt zu werden (sowie andere damit anzustecken). Und ganz klar an &nbsp;zweiter Stelle, m\u00f6glicherweise bald schon an Erster in der Priorit\u00e4tenskala, steht es, finanziell \u00fcber Wasser zu bleiben, m\u00f6glichst seinen Job, seine Arbeit nicht zu verlieren, nicht endg\u00fcltig zu verlieren, das eigene Geld, die Ersparnisse zu sch\u00fctzen, blo\u00df nicht pleite zu gehen, um nicht in die Armut abzurutschen, echte Armut, wie viele von uns sie nur aus dem Fernsehen kennen, Bilder anderer L\u00e4nder. Wir verstehen jetzt das Essentielle &nbsp;\u2013 &nbsp;sicher, wir haben immer schon geglaubt, dass wir das wussten, schon vorher \u2013 worum es als biologische Wesen geht, als Mitglieder eine Gesellschaft, ja auch einer Weltgesellschaft. Wir hatten es gesellschaftlich schon vergessen, dass wir nicht mehr, nicht weniger sind, als sehr verwundbare biologische Gesch\u00f6pfe aus Fleisch und Blut. Unsere technologischen und wirtschaftlichen Errungenschaften, unser modernes Leben, unser Wohlstand haben diese einfache, aber wesentliche Erkenntnis unseres Seins in den Schatten gestellt, in die Abstellkammer der Wahrnehmung.<\/p>\n<p>Aber Corona zwingt uns auch zu erkennen, dass wir nur als Gemeinschaft gro\u00dfen Herausforderungen gewachsen sein k\u00f6nnen, vor allem denjenigen, die sich nicht durch Geld und Kapital allein bew\u00e4ltigen lassen, wenn alle ihren Teil dazu beitragen, wenn sich jeder, oder die meisten, an die Regeln halten, die wir uns selber als Gemeinschaft geben wollen, demokratisch, nicht verordnet. Mitgef\u00fchl, Solidarit\u00e4t und Dankbarkeit sind in den letzten Wochen mehr in den Mittelpunkt unserer Werteskalen ger\u00fcckt, Individualismus, Egozentrismus, Materialismus, Opportunismus &#8211; wichtigste Attribute unserer kapitalistischen Wirtschafts- und Sozialdoktrin &#8211; hingegen scheinen an Relevanz zu verlieren, nicht mehr wirklich gesellschaftskonform zu sein. Es mag ein kurzer historischer Moment sein, aber immerhin.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger das Coronaph\u00e4nomen unser Leben beherrscht, desto mehr werden wir dar\u00fcber aufgekl\u00e4rt, was alles m\u00f6glich ist, vor allem gesellschaftlich, politisch, und eben auch wirtschaftlich. Es wird an uns selbst liegen, ob wir mutig und klug genug sind uns von jahrhundertealten angeblichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Miteinanderlebens und -arbeitens befreien zu k\u00f6nnen, wie insbesondere die v\u00f6llige Abh\u00e4ngigkeit des Lebens, des \u00dcberlebens, von den Faktoren Geld und Kapital.<\/p>\n<p><strong>Was k\u00f6nnen wir jetzt schon sagen, \u00fcber die Zeit nach Corona<\/strong><\/p>\n<p>Sicher ist, die Weltwirtschaft wird sich nur langsam erholen, die sich ausbreitende Massenarbeitslosigkeit nur langsam wieder abgebaut werden. Wir werden als Staat, als Staaten \u00fcberall auf der Welt, schw\u00e4cher sein als vorher, auch \u00e4rmer, finanziell. Und doch werden wir nicht nur die Folgen von Corona bew\u00e4ltigen m\u00fcssen, sondern uns gleichzeitig auch anderen gro\u00dfen Herausforderungen wieder stellen m\u00fcssen, die das Virus nur scheinbar in den Schatten der politischen Agenda gestellt hatte. Neben weiteren vorstellbaren Wellen von viralen und neuen bakteriologischen, sowie auch chemischen und Cyberangriffen, ob durch die Natur gewollt oder durch Menschenhand bewirkt, besteht die m\u00f6glicherweise schwerwiegendste Herausforderung im fortschreitenden Klimawandel (und der Zerst\u00f6rung unserer nat\u00fcrlichen Ressourcen durch den Menschen) und die dadurch graduell ausgel\u00f6ste Massenmigration von Fl\u00fcchtlingen in Richtung vor allem der reicheren Staaten. Die allermeisten dieser Menschen sind keine Klimafl\u00fcchtlinge per se, sondern Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge, die ihre Lebensgrundlage, vor allem ihre Geldeinkommen verlieren. Die Auswirkungen von Corona, die sich durch eine massive Schw\u00e4chung der nationalen \u00d6konomien zeigt und immer deutlicher zeigen wird, vor allem auch in jenen L\u00e4ndern, wo ohnehin fragile Wirtschafts- und Gesundheitssysteme, br\u00fcchige demokratische Strukturen, fehlende Sicherheit, und die Folgen des Klimawandels seit Jahren schon gro\u00dfe Probleme darstellen, viele sogenannte Drittstaaten vor allem Afrikas und Asiens, werden die Dimension und Schnelligkeit dieser Migrationsstr\u00f6me substanziell erh\u00f6hen. Wie k\u00f6nnen wir all diesen Menschen zu einer annehmbaren Lebensgrundlage verhelfen, und ohne unsere eigene wirtschaftliche und soziale Sicherheit zu gef\u00e4hrden, wie k\u00f6nnen wir in diesem Zusammenhang absehbare schwere soziale und gewaltt\u00e4tige Entwicklungen noch abwenden?&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Es w\u00e4re leichtfertig und naiv jetzt davon auszugehen, dass die Geschichte unserer Spezies, des Homo Sapiens (der weise Mensch) und damit unseres Planeten, aus den Erfahrungen mit Corona, dieser m\u00f6glicherweise langfristig schwersten \u00f6konomischen und Identit\u00e4tskrise der Menschheit fundamentale Erkenntnisse gewinnt und ein v\u00f6llig neues Kapitel der modernen Evolution aufschl\u00e4gt, um Krisen und Missst\u00e4nde unserer Entwicklung nun entschiedener anzugehen oder diesen vorzubeugen. Dennoch, es wird an uns liegen, die Zeichen unserer Zeit zu erkennen und alles daran zu setzen, Dinge besser zu tun, umsichtiger, im Interesse der Gesamtbev\u00f6lkerung (weltweit), und nicht nur wenn wir in existentielle Notlagen geraten. Was k\u00f6nnte dabei grundlegend sein?<\/p>\n<p>Medizinische Forschung und eine bestm\u00f6gliche medizinische Ausstattung und Versorgung der Bev\u00f6lkerung, auch im Katastrophenfall, m\u00fcssen weltweit zum universellen Menschenrecht erkl\u00e4rt werden, befreit von der Voraussetzung existierender finanzieller Ressourcen (im Klartext, entprivatisiert und verf\u00fcgbar ohne dass es Geld braucht). In \u00e4hnlicher Weise muss eine ausreichende und vollwertige Ern\u00e4hrung sowie der Zugang zu sauberem Trinkwasser zu einem Menschenrecht f\u00fcr uns alle werden, aber auch das Recht auf eine ganzheitliche (von Wirtschaft- und Staatsinteressen befreite) schulische Ausbildung, auf eine w\u00fcrdige Unterkunft, und das Recht auf objektive Information und unzensierte Kommunikation geh\u00f6ren zu unserer Vorstellung einer modernen aufgekl\u00e4rten Gesellschaft. Es n\u00fctzt nichts, wenn die <em>Allgemeine Erkl\u00e4rung der Menschenrechte der Vereinten Nationen<\/em> einige dieser Rechte fordert, aber gleichzeitig nicht realistisch vorgibt, wie dies konkret umzusetzen und zu erreichen ist. Sie bleiben nichts weiter als Appelle, mehr nicht, bleiben weiter verkettet mit einer Reihe von Voraussetzungen, neben dem politischen Willen, insbesondere der Zurverf\u00fcgungstellung von ausreichenden finanziellen Ressourcen (Geld).<\/p>\n<p><strong><em>Diese neu zu definierenden Menschrechte werden wir erst dann de facto garantieren k\u00f6nnen, wenn wir ihre Gew\u00e4hrleistung vom Geldwert entkoppeln (entmonetarisieren), sie also kein Handelsgut, keine Ware mehr darstellen, diese Rechte Realit\u00e4t und verf\u00fcgbar werden k\u00f6nnen, ohne daf\u00fcr Geld zu ben\u00f6tigen (weder als Staat noch als Individuum), sie damit auch entprivatisieren und ins Gemeingut \u00fcberf\u00fchren, welches nur gesellschaftlich demokratisch verwaltet werden kann und darf<\/em><\/strong> &nbsp;&nbsp;\u2013&nbsp; <strong><em>&nbsp;die Emanzipation jenseits des Geldwertes.<\/em><\/strong> Diese Art von Menschenrechten uneingeschr\u00e4nkt und weltweit umzusetzen, erscheint eine epochale Herkulesaufgabe und vielen als Utopie, doch hat uns Corona aufgekl\u00e4rt \u00fcber das Wesentliche \u2013 um gro\u00dfe Herausforderungen angehen und auch bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir anfangen unsere bis dato festen \u00dcberzeugungen \u00fcber angebliche Verhaltensformen unserer Spezies und \u00fcber sogenannte Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Wirtschaftens in Frage zu stellen und tabulos evolution\u00e4res Neuland betreten &nbsp;\u2013 diese Wochen zeigen weltweit, dass immer mehr Menschen dazu bereit sind. Sp\u00e4testens seit die Folgen der Corona Pandemie immer evidenter und Priorit\u00e4ten des menschlichen Zusammenlebens offen gelegt werden, erscheint vielen in unserer Gesellschaft ein Systemwechsel unserer wirtschaftlichen und sozialen Grundstrukturen immer mehr eine existentielle Notwendigkeit, und immer weniger eine Utopie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>* <em>Albert T. Lieberg<\/em>, geb. 1963 in Mailand, studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er promovierte im Bereich Internationale Entwicklungspolitik an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen. Seit \u00fcber 25 Jahren arbeitet er als leitender Funktion\u00e4r sowie Landesdirektor von UN Organisationen und Berater f\u00fcr die Vereinten Nationen, andere multilaterale Organisationen sowie als Regierungsberater mit Erfahrung in \u00fcber 50 verschiedenen L\u00e4ndern. Seine Arbeitsfelder beinhalten die Erarbeitung und Umsetzung von nationalen und regionalen Entwicklungsstrategien, wirtschaftlichen Investitionsvorhaben und sozialpolitischem Ausgleich. Lieberg entwickelt zudem Wiederaufbauprogramme und Ma\u00dfnahmen zur Befriedung und Konfliktvermeidung, insbesondere in Krisengebieten. Zus\u00e4tzlich ist er seit vielen Jahren weltweit in globalisierungskritischen Bewegungen zur St\u00e4rkung der Zivilgesellschaft und der sozialen Gerechtigkeit t\u00e4tig \u2013 er ist Autor mehrerer B\u00fccher, unter anderem <em>\u201eDer Systemwechsel: Utopie oder existentielle Notwendigkeit?\u201c<\/em> (B\u00fcchner Verlag 2018).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Systemwechsel \u2013 immer weniger Utopie, immer mehr existentielle Notwendigkeit WIE CORONA DEN MENSCHEN AUFKL\u00c4RT von Albert T. Lieberg* &#8211; 30. 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