{"id":66,"date":"2017-11-15T17:48:10","date_gmt":"2017-11-15T16:48:10","guid":{"rendered":"http:\/\/2017.system-change.org\/de\/?p=66"},"modified":"2018-01-17T11:43:00","modified_gmt":"2018-01-17T10:43:00","slug":"1g5aufloesung-der-staatsgrenzen-und-nationalstaaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/1g5aufloesung-der-staatsgrenzen-und-nationalstaaten\/","title":{"rendered":"1G5.\tAufl\u00f6sung der Staatsgrenzen und Nationalstaaten"},"content":{"rendered":"<p><strong><u>Aufl\u00f6sung der Staatsgrenzen und Nationalstaaten:<\/u><\/strong><\/p>\n<p><em>Verwoben in einem materialistischen und kapitalistischem Wettbewerbssystem, stellt die Existenz von National- bzw. Einzelstaaten, und damit das Verfolgen von nationalen Interessen und Egoismen, sei es wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Art, eine der fundamentalen Ursachen f\u00fcr die Existenz milit\u00e4rischer Konflikte, Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung, Ungerechtigkeit, erzwungene Migration und Umweltzerst\u00f6rung auf dieser Welt dar. <\/em><\/p>\n<p>Mit Abstand betrachtet &#8211; und nicht notwendigerweise nur indem man vom Weltall auf den Planeten Erde herabsieht &#8211; ist es absurd festzustellen, dass sich auf einem winzigen Planeten inmitten eines gewaltigen Universums von Aber Milliarden anderer Planeten ein- und dieselbe biologische Spezies (der sogenannte <em>homo sapiens<\/em>) &#8211; eine einzige von insgesamt gesch\u00e4tzten 8.7 Millionen verschiedenen Arten von Lebewesen auf unserem Planeten &#8211; die gesamte Erde in Besitz genommen und sie dann aber in fast zweihundert (195) Einzel- bzw. Nationalstaaten aufgesplittert hat.<\/p>\n<p>Dabei haben diese Einzelstaaten zum Teil akribisch bewachte Grenzen, jeder Staat hat seine eigenen Gesetze formuliert, ebenso viele Verfassungen, jedes Land hat meist schwer bewaffnete Armeen, welche zum Teil planetarische Zerst\u00f6rungskraft anh\u00e4ufen. Und all dies, nicht um sich von einer anderen Spezies (zum Beispiel Elefanten..?) zu unterscheiden oder sich gegen einen \u00e4u\u00dferen Feind (Aliens aus dem Weltall..?) zu verteidigen, nein sondern um sich von der eigenen Spezies (also von anderen Menschen) auf der anderen Seite jener selbstgezogenen, artifiziellen Grenzen zu unterscheiden, um sich also vor der eigenen Spezies zu sch\u00fctzen bzw. von ihr abzugrenzen !?<\/p>\n<p>Rein von der Definition her bezeichnet <em>Nationalismus<\/em> Weltanschauungen und damit verbundene politische Str\u00f6mungen, die die Herstellung und Sicherung eines souver\u00e4nen Nationalstaats (\u201eEinzelstaat\u201c) und eine bewusste Identifizierung und Solidarisierung aller seiner Mitglieder mit der eigenen sogenannten Nation anstreben. Es wird darauf hingewiesen, dass dabei die Abstammung, Sprache und angebliche Gleichheit des Charakters und Kultur identit\u00e4tsstiftend sind. Schlie\u00dflich wird manchmal noch das fragw\u00fcrdige Argument der Errungenschaften einer Nation, und der Stolz darauf, als national identit\u00e4tspr\u00e4gend angesehen (beispielsweise das \u201e<em>we are the greatest nation on earth<\/em>\u201c, ausgesprochen nicht nur von allen bisherigen US Pr\u00e4sidenten). Ein <em>Nationalstaat<\/em> ist somit ein Staatsmodell, das auf der Idee und Souver\u00e4nit\u00e4t der Nation beruht. Insbesondere sprachliche, kulturelle oder ethnische Gleichheit werden zwar oft als Voraussetzung des Nationalstaates benannt, sind aber in der Realit\u00e4t nirgends vollst\u00e4ndig verwirklicht. Die Ideen der Nation und des Nationalstaats werden auch als Konstrukte bezeichnet und sind \u201ekeine\u201c nat\u00fcrliche Voraussetzung menschlichen Zusammenlebens.<\/p>\n<p>Wir haben uns also auf diesem kleinen Planeten, auf dem es schon sehr eng f\u00fcr uns geworden ist &#8211; <em>wir m\u00fcssen uns immer mehr zusammenpferchen in Megast\u00e4dten, weil die allermeisten von uns auf dem Land kein ausreichendes Geldeinkommen mehr erwirtschaften k\u00f6nnen<\/em> &#8211; in Nationalstaaten eingerichtet. Diese Einzelstaaten haben grunds\u00e4tzlich das Ziel, (a) das Selbstwertgef\u00fchl (Stolz) der eigenen, wie auch immer definierten, Nation zu st\u00e4rken und (b) noch wichtiger, zumindest nach au\u00dfen hin, priorit\u00e4r die eigene Bev\u00f6lkerung (meist eher eine privilegierte Klasse) zu Wohlstand zu f\u00fchren bzw. diesen zu erhalten und weiter zu erh\u00f6hen. Dabei ist es evidenter Weise f\u00fcr diese L\u00e4nder von zweitrangigem Interesse, ob diese Politik innerhalb und vor allem jenseits der eigenen Staatsgrenze soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit, menschliche und \u00f6kologische Ausbeutung, oder insbesondere auch gewaltsame Konflikte und Krieg mitverursacht bzw. billigend in Kauf nimmt.<\/p>\n<p>Geschichte und Gegenwart sind gezeichnet von Nationalismus und vom nationalen Egoismus, sprich der H\u00f6herstellung der Interessen der eigenen Nation und die \u00dcberordnung der nationalen Gemeinschaft \u00fcber Rechte des Einzelnen und die anderer L\u00e4nder. Das System der Nationalstaaten hat sich vor allem seit dem Dekolonisierungsprozess der f\u00fcnfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts als universelle Form der Politik durchgesetzt. Jahrhundertelang ging und geht es immer wieder, egal wo auf dem Planeten, um die Durchsetzung eigener Interessen von Einzelstaaten. Vom Altertum bis in die Neuzeit, es ist die Geschichte und die Gegenwart von Unterdr\u00fcckung, Krieg, Eroberungen, und Ausbeutung &#8211; nur einige Beispiele aus unserer j\u00fcngsten Gegenwart: zwei Weltkriege, Koreakrieg, Vietnamkrieg, Maghrebkriege, Jugoslawien\/Balkan, Naher Osten, Iran, Afghanistan, Irak, S\u00fcdsudan, Mali, Somalia, Libyen, Syrien, usw.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich spielen bei diesen Konflikten neben nationalen, ethnischen und religi\u00f6sen Aspekten auch andere Faktoren eine Rolle, insbesondere das wirtschaftliche Interesse (nat\u00fcrliche Ressourcen, Handelswege, Absatzm\u00e4rkte etc.) sowie ideologisch politische Gegens\u00e4tze, doch sind nicht auch diese beiden Gr\u00fcnde letztlich nicht doch wieder als nationale Interessen der kriegf\u00fchrenden Staaten zu verstehen? Und ist es nicht genauso mit all den Stellvertreterkriegen, die sich bis in unsere Gegenwart offenbaren, in denen Drittl\u00e4nder Konflikte austragen zum Teil auch im Interesse anderer (USA, Russland, UK, EU, T\u00fcrkei, Iran, Saudi Arabien etc.)? Das Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker ist ein fundamentales Recht des Menschen, wenn ethnische oder religi\u00f6se Gruppen innerhalb oder au\u00dferhalb eines Staates diskriminiert oder gar unterdr\u00fcckt und verfolgt werden (u.a. Kurden, Pal\u00e4stinenser). Doch dies ist bei vielen Bestrebungen zur Erhaltung und der Neubildung von Nationalstaaten heute nicht der Fall \u2013 <em>hier geht es meist eher um nationale und damit nationalistische Egoismen <\/em>bzw. in einigen anderen L\u00e4ndern um die Durchsetzung ethnischer oder religi\u00f6ser Dominanz.<\/p>\n<p><strong><em>Aber was unterscheidet uns heute noch von den anderen Menschen in anderen Staaten &#8211; und gibt es \u00fcberhaupt noch Gr\u00fcnde Nationalismus und die Existenz von Nationalstaaten zu rechtfertigen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wenn man \u00fcber die Menschen in anderen L\u00e4ndern spricht, wird oft gesagt, man sei ja so verschieden voneinander. In der Tat, vor vielen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten waren die Menschen in den verschiedenen L\u00e4ndern noch sehr stark von ihren gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen und Riten gepr\u00e4gt. Man sprach nur seine eigene Sprache\/Dialekt, man kannte nur seine eigenen Speisen, Kleidung, Lieder, T\u00e4nze, Feste, Traditionen, war isoliert von der Realit\u00e4t anderer V\u00f6lker, war anders. <strong><em>Doch heute?<\/em><\/strong> In quasi jedem Haushalt dieser Welt gibt es Radio, Fernsehen, Mobiltelefon, die Welt ist gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcbers Internet vernetzt, die Werte und Lebensformen haben sich immer mehr angeglichen. Nicht nur mit einem Click &#8211; man kann sich ausw\u00e4hlen, was man m\u00f6chte, und wir Menschen fragen heute weltweit \u00fcberall \u00e4hnliche Dinge nach. Das Musik- und Filmangebot, unsere Kleidung, unser Essen, unsere Kommunikation, praktisch alles hat sich mittlerweile globalisiert &#8211; man ist \u00fcberall \u00e4hnlich geworden. \u00dcberall haben die Menschen \u00e4hnliche W\u00fcnsche und Werte. Alle wollen wir Geld und Ansehen, ein sch\u00f6nes Haus, gutes Essen, ein tolles Auto, ein modernes Smartphone, Urlaubsreisen, erschwinglichen Luxus, gute Ausbildung f\u00fcr die Kinder, eine gute Gesundheitsversorgung, ein hohes Ma\u00df an pers\u00f6nlicher Sicherheit etc. &#8211; praktisch \u00fcberall auf der Welt. <em>Also sind wir heute noch so verschieden? Sicherlich nicht.<\/em><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es noch andere, auch fundamentale Dinge, die uns unterscheiden, etwa das Verhalten zwischen Frau und Mann, der Umwelt und Natur gegen\u00fcber, die Anwendung von Gewalt in der Gesellschaft, die Wichtigkeit von Religion. Doch auch diese sehr wichtigen Unterschiedlichkeiten sind keine \u201enationalen\u201c, sondern soziale und kulturelle Merkmale (abh\u00e4ngig von sozialer Klasse, Erziehungsniveau, lokalem kulturellem Umfeld etc.) bzw. beziehen sich, wie im Falle Religion (aber auch dort immer weniger), eher auf geographische Regionen. Auch Mentalit\u00e4ten gleichen sich immer mehr an (etwa die Einstellung zur Arbeit\/Freizeit, Wert und Definition von Familie), es gibt nicht mehr den Prototyp einer Nation. M\u00f6glicherweise gibt es auf unserem Planeten zur Zeit nur zwei winzige Sph\u00e4ren, wo man von einem ganz anderem System Mensch sprechen kann, n\u00e4mlich das von der Restwelt v\u00f6llig abgeschottete Nordkorea in seinen streng sozialistischen Strukturen und die Realit\u00e4t der wenigen noch verbliebenen Urst\u00e4mme (Amazonas, Kongo Becken), wo ein Sippen- und Wertesystem herrscht, das sich fundamental von unserem unterscheidet.<\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><strong><em>Welche Schlussfolgerung kann man also ziehen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Eine reife, global-solidarisch orientierte Gesellschaft kann sich eine Aufsplitterung eines nat\u00fcrlichen und nur beschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung stehenden Lebensraumes und die defensive Errichtung von nationalen Gesellschaftsordnungen (Einzelstaaten) nicht leisten. Jedweder, wie auch immer begr\u00fcndete, Nationalismus entbehrt in der heutigen globalisierten Welt jeglicher Grundlage und Rechtfertigung. <em>Die <u>Aufl\u00f6sung aller Staatsgrenzen und damit der Nationalstaaten<\/u>, bei gleichzeitiger Wahrung der kulturellen Identit\u00e4t ethnisch-nationaler Gruppen und deren Charakteristika, ist somit eine notwendige Grundvoraussetzung f\u00fcr die Schaffung eines gesamtplanetarischen nachhaltigen, global-gesellschaftlichen Gef\u00fcges auf dem Planeten Erde<\/em>.<\/p>\n<p>Damit die Menschenrechte und die notwendigen neuen Grundwerte und -rechte f\u00fcr alle Menschen zur Realit\u00e4t werden k\u00f6nnen, eine Neuorientierung der Gesellschaft und somit auch entsprechend der Produktions- und Arbeitssysteme umsetzbar wird, kann und darf eine global erneuerte Gesellschaft auf dem Planeten Erde keine Segmentierung in Einzelstaaten zulassen. <u>Wir brauchen eine einzige geeinte Weltgesellschaft<\/u>, nur so kann man Frieden und Wohlstand dauerhaft f\u00fcr alle sichern und unseren Planeten vor dem \u00f6kologischen Kollaps retten &#8211; <em>dies ist keine Utopie, sondern eine \u00dcberlebensnotwendigkeit.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufl\u00f6sung der Staatsgrenzen und Nationalstaaten: Verwoben in einem materialistischen und kapitalistischem Wettbewerbssystem, stellt die Existenz von National- bzw. 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