{"id":84,"date":"2017-11-15T17:59:48","date_gmt":"2017-11-15T16:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/2017.system-change.org\/de\/?p=84"},"modified":"2018-01-17T19:38:37","modified_gmt":"2018-01-17T18:38:37","slug":"2a12-kennzeichen-unseres-heutigen-wirtschaftssystems-weltweit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.system-change.org\/de\/2a12-kennzeichen-unseres-heutigen-wirtschaftssystems-weltweit\/","title":{"rendered":"2A12. Kennzeichen unseres heutigen Wirtschaftssystems weltweit"},"content":{"rendered":"<p><strong><u>Kennzeichen unseres heutigen Wirtschaftssystems weltweit<\/u><\/strong>:<\/p>\n<p>Vom Prinzip her ist die kapitalistische Wirtschaftsweise, welche auf unserem Planeten konkurrenzlos den Menschen dominiert, eine ausgesprochene Absch\u00f6pfungs-, Bereicherungs- und Ausgrenzungs\u00f6konomie zu Gunsten weniger und zu Lasten vieler &#8211; und provoziert so die angesprochen systemimmanenten Fehlentwicklungen unserer Zivilisation. Entsprechend wurden und werden Wirtschaftsbereiche und ihre Ordnungen umfunktioniert, unter anderem:<\/p>\n<p>&#8212; in eine <em>Eigentumsordnung<\/em>, die gemeinsam geschaffene Werte in private Verf\u00fcgung bringt, Gemeineigentum zunehmend privatisiert und Eigentum an Grund und Boden und an gro\u00dfen Immobilien zur leistungslosen Absch\u00f6pfung von Renditen nutzen kann;<\/p>\n<p>&#8212; in ein <em>Finanzwesen<\/em>, das mit spekulativem Geldhandel in absch\u00f6pfenden\u00a0 Funktionen im Bankwesen und im Zinswesen eine leistungslose Akkumulation von Geld erm\u00f6glicht;<\/p>\n<p>&#8212; in <em>Marktregeln<\/em>, die ein Abschieben der sozialen und \u00f6kologischen Kosten auf Steuerzahler, Natur und zuk\u00fcnftige Generationen erm\u00f6glichen; das Externalisierungsprinzip: Abschieben aller Last- und Folgekosten auf die Allgemeinheit &#8211; <em>Gewinne privatisieren, Risiken und Kosten sozialisieren<\/em>;<\/p>\n<p>&#8212; in ein <em>Entlohnungssystem<\/em>, das Spitzenl\u00f6hne weit \u00fcber jedes Leistungsverm\u00f6gen erm\u00f6glicht (das 50-1000 fache oder mehr der Durchschnittsl\u00f6hne) und andere in Erwerbst\u00e4tigkeiten zwingt, von denen sie kaum leben\u00a0 k\u00f6nnen;<\/p>\n<p>&#8212; in eine <em>neoliberale Deregulierung der M\u00e4rkte<\/em>, die die reichen L\u00e4nder gegen\u00fcber Entwicklungsl\u00e4ndern\u00a0 bevorteilt (Agrarexportsubventionen, einseitiger Protektionismus u. a.) und Teile der Weltbev\u00f6lkerung in die Verelendung f\u00fchrt bzw. diese in relativer Armut bel\u00e4sst; das Deregulierungsprinzip: weitestgehendes Hinausdr\u00e4ngen von Staat und Regulierungen aus der Wirtschaft.<\/p>\n<p>Dieses System h\u00e4lt sich und funktioniert bislang vor allem, weil viele Menschen den tiefverwurzelten Glaubenss\u00e4tzen, Ideologien und Halbwahrheiten der kapitalistischen Wirtschaftsweise ihr Vertrauen schenken. Ihre wichtigsten sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Zusammenspiel von Eigennutz, Markt und Konkurrenz w\u00fcrde wie von einer \u201eunsichtbaren Hand geleitet\u201c zum Wohlstand aller f\u00fchren.<\/li>\n<li>Der Markt sei das einzig geeignete Instrument zur Herstellung einer allgemein akzeptierten Gerechtigkeit, da jeder die Chance habe, sich hier zu bew\u00e4hren.<\/li>\n<li>Die Liberalisierung des Marktes, der R\u00fcckzug des Staates aus der Wirtschaft w\u00fcrde die beste wirtschaftliche Entwicklung bringen.<\/li>\n<li>Die Privatisierung und Kommerzialisierung aller G\u00fcter des Lebens br\u00e4chte h\u00f6chste Effizienz und gr\u00f6\u00dften Wohlstand.<\/li>\n<li>Kapitalanh\u00e4ufung und Reichtum in der Hand weniger w\u00fcrden die unteren Bev\u00f6lkerungsschichten mit nach oben ziehen.<\/li>\n<li>St\u00e4ndiges Wachstum der Wirtschaft sei m\u00f6glich und ohne Wachstum k\u00f6nne Wirtschaft nicht funktionieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hinter diesen Glaubens\u00e4tzen steht das sozialdarwinistische Menschenbild: Der Mensch sei ein auf Egoismus, materielle Bereicherung, Konkurrenz und Aggression hin angelegtes Wesen; nur im Ausleben dieser Gaben k\u00f6nne er \u00fcberleben und die Wirtschaft gedeihen. Die Gaben von Solidarit\u00e4t, Teilen und Verzicht, N\u00e4chstenliebe, Verantwortung, spiritueller Sinngebung werden abgewertet und im besten Fall ins rein Private abgeschoben. Die Kombination dieses Menschenbildes mit der oben beschriebenen Wirtschaftsideologie f\u00fchrt dazu, dass der Egoismus und das Streben nach Reichtum, das Austricksen und \u00dcbervorteilen des anderen, Konkurrenzdenken, Ellbogenmentalit\u00e4t, Aggression und Gewalt auf allen Ebenen des Lebens und der Gesellschaft zum selbstverst\u00e4ndlichen Leitbild und Lebensstil erhoben werden. Deutlich wird dies im herrschenden Mainstream, in Medien und Werbung, im \u201eKampf um Arbeitspl\u00e4tze\u201c, in der Unterhaltungsindustrie, in der Kindererziehung usw.<\/p>\n<p><strong><em>Solange dieses Menschenbild und Lebensverst\u00e4ndnis dominant bleiben und propagiert werden, ist eine von Egoismus, Konkurrenz und Verantwortungslosigkeit f\u00fcr das Allgemeinwohl und f\u00fcr das \u00d6kosystem gekennzeichnete Wirtschaftsweise die logische Konsequenz.<\/em><\/strong><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[<span style=\"font-size: 10pt\">1]<\/span><\/a><span style=\"font-size: 10pt\"> Siehe auch <em>Akademie Solidarische \u00d6konomie<\/em> &#8211; Richtungsentwurf.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennzeichen unseres heutigen Wirtschaftssystems weltweit: Vom Prinzip her ist die kapitalistische Wirtschaftsweise, welche auf unserem Planeten konkurrenzlos den Menschen dominiert, eine ausgesprochene Absch\u00f6pfungs-, Bereicherungs- und Ausgrenzungs\u00f6konomie zu Gunsten weniger und zu Lasten vieler &#8211; und provoziert so die angesprochen systemimmanenten Fehlentwicklungen unserer Zivilisation. 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